Der Beifuss                                                                                                                                August 2018

Unsere Vorfahren haben den Beifuss (lateinisch Artemisia vulgaris) Artemis, der Göttin der Jagd und Beschützerin der Frauen und Kinder geweiht. Sie ist eine Göttin, die Macht über Leben und Tod hat, sie nährt alle Lebewesen und gilt als Mutter aller Geschöpfe.

Beifuss, als Geschenk der Göttin Artemis, wird bekannt als Mutter aller Pflanzen. Bei den Germanen galt er als die Mächtigste aller Pflanzen und ist auch heute noch bekannt als Mugwurz (Machtwurz).

 

Heute kennen ihn vor allem Pollenallergiker, da sein Pollen einer der Hauptauslöser für Heuschnupfen ist.

 

Gerade jetzt im Sommer sind Wegränder, Böschungen und "wilde Wiesen" voll von Beifuss, der zu blühen beginnt und seine Samen ausbildet. Obwohl die Pflanze selbst sehr groß und stattlich ist, sind die kleinen Blüten unscheinbar und gelblich-grün. Da er durch den Wind bestäubt wird, braucht er auch keine auffälligen bunten Blüten.

 

Sein deutscher Name "Beifuss" lässt uns schon seine Wirkung erahnen. "Beim Fuss" getragen (also in die Schuhe gelegt oder die Füße damit eingerieben), gibt er dem Wanderer Kraft, schützt vor Muskelkater und Müdigkeit. Auch zu einem Pflanzenöl oder Salbe verarbeitet, eignet er sich hervorragend als Einreibung für müde, schwere, schmerzende oder geschwollene Füße. Auf diese Weise wirkt er erfrischend und belebend. Er kann auch als Tinktur (Einreibung) oder Fussbad verwendet werden.

 

Innerlich eingenommen, als Tee oder Gewürz, wirkt er vor allem durch seine Bitterstoffe verdauungsfördernd, stoffwechselanregend, krampflösend und verbessert die Fettverdauung.

Als eine sehr wichtige und mächtige Frauenpflanze kann er die Menstruation regulieren (anregen), stärkt die Fruchtbarkeit und Weiblichkeit, fördert die Geburt und wirkt entkrampfend bei Unterleibsschmerzen. Schwangeren sollten den Beifuss nicht einnehmen, da er wehenfördernd wirkt, früher wurde er aufgrund seiner starken Wirkung sogar als Abtreibungspflanze verwendet.

 

Zu seinen zahlreichen weiteren Anwendungen gehören:

Durch seine nervenberuhigende und schlaffördernde Wirkung eignet er sich gut für Kräuterkissen. Außerdem hält er Motten und andere Insekten fern, in kleine Beutel gefüllt gehört er wie Lavendel in den Kleiderschrank oder die Vorratskammer.

Beifuss ist auch eine traditionelle Räucherpflanze, vor allem im Winter und zu Sonnwenden. Er wird zur Reinigung von Räumen, als Schutz gegen Böses, als Wetterpflanze und zur Förderung von Loslassen und Neubeginn geräuchert.

 

August bis September ist genau die richtige Zeit um Beisfuss zu sammeln und zu trocknen oder weiterzuverarbeiten!


Der Holunder                                                                                                                                  Mai 2018

Im Wonnemonat Mai leuchten die weißen Blütendolden aus Hecken am Wegesrand und Waldrand. Bei Spaziergängen taucht man immer wieder ein in den süßlichen Duft der Holunderblüten.

Der Holunder ist eine Pflanze mit langer Tradition in der Mythologie und Volksheilkunde. Holunder symbolisiert das Tor zur Anderswelt, er ist eine Schutzpflanze und Wohnort der Frau Holle (germanische Erdgöttin). Daher auch der Glaube, dass das Schlagen eines Holunders Unglück bringt.

 

Die lieblichen Holunderblüten kennt jeder als Sirup. Auch in Backteig ausgebacken oder zum Aromatisieren von süßen Cremen oder Getränken eignen sie sich hervorragend.

Jetzt ist die richtige Zeit zum Sammeln. Auch um die Blüten für Tee zu trocknen ist der richtige Zeitpunkt.

Die getrockneten Blüten verleihen Teemischungen eine süßliche, liebliche Note. In Erkältungstees wirken sie entzündungshemmend, auswurffördernd und schweißtreibend. Daher ist Holunderblütentee ideal bei Husten, Schnupfen und grippalen Infekten oder einfach als wärmender Tee für die kalte Jahreszeit.

 

Später im Herbst können auch die dunklen Beeren geerntet werden. Sie sollen vor dem Verzehr durchhitzt werden und eignen sich für Kompott, Mus, Marmelade, Saft oder das klassische Hollerkoch. Die Beeren sind reich an Vitamin C, Flavonoiden und Antioxidantien und unterstützen so unser Immunsystem.

 

Also nur ein Grund um in dieser schönen Zeit hinauszugehen in die Natur!


Die Vogelmiere                                                                                                                              April 2018

Die Vogelmiere wird leicht übersehen und oft unterschätzt, viele Gärtner bezeichnen sie als Unkraut.

Dabei ist sie ein wahres Wunder an Vitalität und Durchhaltevermögen. Die Vogelmiere kann das ganze Jahr über blühen. Da eine einzige Pflanze bis zu 15.000 Samen ausbilden kann und 2-3 Generationen pro Jahr wachsen, hat sie eine erstaunliche Fortpflanzungskraft. Sie kann im Winter schon unter dem Schnee keimen, wenn dann der Schnee schmilzt beginnt sie sofort zu blühen. Ihre Samen können bis zu 60 Jahre in der Erde überdauern und sind immer noch keimfähig.

 

Die erstaunliche Vitalität dieser Wildpflanze können wir nutzen. Die Vogelmiere enthält viele Vitamine (vor allem Vitamin C), Mineralstoffe, Saponine, Flavonoide, etc..

Sie kann Vitamin- oder Mineralstoffmangelerscheinungen ausgleichen und hilft uns bei Frühjahrsmüdigkeit wieder in Schwung zu kommen. Sie wirkt stoffwechselanregend und entgiftend (etwa bei Rheuma und Gelenkschmerzen), schleimlösend bei Husten und immunsystemstärkend - ein wahres Multitalent!

Besonders jetzt im Frühling ist die Vogelmiere sehr schön und eignet sich für die Verwendung in der Küche und für unsere Gesundheit.

Frisch hat sie einen leichten Geschmack nach jungen Maiskolben und kann für Suppe, Salat oder Aufstrich verwendet werden. 

 

Außerdem ist die Vogelmiere eine hervorragende HautpflanzeFrisch, als Salbe, Creme oder Waschung nährt sie unsere Haut, wirkt juckreizmildernd und beruhigend bei Ekzemen und Hautproblemen. 

 

Vogelmiere ist also kein "Unkraut", wir sollten und freuen wenn dieses kleine Kraftpaket in unserem Garten wächst oder wir sie am Wegesrand finden. Noch als Tipp für alle Gärtner: Durch ihren bodendeckenden Wuchs hält Vogelmiere den Boden feucht, schütz vor Erosion und man hat immer frisches Wildgemüse zur Hand.


Der Bärlauch                                                                                                                            Februar 2018

Auch wenn uns der Winter momentan wieder fest im Griff hat, die aller ersten Frühlingsboten kommen bereits zum Vorschein. So auch der Bärlauch!

An sonnigen Plätzen schiebt er seine ersten Blätter durch die Laubschicht, manchmal muss er sich sogar durch die Schneedecke kämpfen. Mit seinen Bärenkräften ist das aber kein Problem für ihn.

Die Germanen waren überzeugt davon, dass der Bärlauch auch uns Bärenkräfte verleihen kann. Immerhin soll er sogar den Bären nach ihrem Winterschlaf wieder auf die Beine helfen. 

 

Der Bärlauch ist in seiner Wirkung eine typische Frühlingspflanze. Er steckt voller schwefelhaltiger Alliine und Vitamine und wirkt so stoffwechselanregend und verdauungsanregend, entgiftend und ausleitend, blutreinigend sowie immunsystemstärkend. Nach langen Wintermonaten hilft er uns wieder in Schwung zu kommen, die Frühjahrsmüdigkeit zu besiegen und unseren Körper zu entgiften. 

Dafür isst man ihn am besten frisch! Die Bärlauchzeit ist beschränkt, je nach Witterung bis etwa Anfang Mai. Mir kommt sie jedes Jahr zu kurz vor. Wenn man ihn also findet gleich frisch genießen.

Wir können Bärlauch in der Küche für Suppe, Salate, Aufstriche und Pestos verwenden. Da er beim Erhitzen viel von seinem Geschmack und seiner Wirkung verliert, sollten wir ihn am besten möglichst kurz erhitzen, also beim Kochen erst am Schluss dazu geben. 

Beim Trocknen oder Tiefkühlen verliert er leider sehr stark seine Charakteristika. Zum Haltbarmachen verarbeitet man ihn am besten zu einem Pesto oder Kräutersalz. Dann kann man Ihn auch über die Bärlauchsaison hinaus genießen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Ansetzen eines Öles oder einer Tinktur mit Bärlauch. Dafür füllt man ein Schraubglas zu etwa 1/3 mit frischen Bärlauchblättern und füllt dann mit einem Pflanzenöl bzw. Alkohol auf. Nach etwa 4 Wochen kann man das Ganze abseihen und als würziges Speiseöl oder Tropfenweise als Tinktur anwenden.

 

In Zusammenhang mit Bärlauch sind natürlich immer die stark giftige Herbstzeitlose und das Maiglöckchen ein Thema. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die Unterscheidungsmerkmale eingehen, da es besser ist diese in Natur vor sich zu sehen!

Aber bitte nur selbst sammeln wenn man sich sicher ist und jedes Blatt einzeln kontrollieren! Wenn du lernen willst den Bärlauch sicher zu erkennen, kannst du das gerne bei einer meiner Frühlings-Kräuterwanderungen


Die Schafgarbe                                                                                                                                 Juli 2017

"Jawohl, Gott, Kraut gegen Bauchweh und Blähungen, Kraut zur Wundheilung, Kraut gegen Husten, Kraut für die Schönheit, Kraut für die Suppe. Wird erledigt" notiert der Kräuterengel Herbario Gottes Auftrag für eine neue Pflanze in Folke Tegethoffs Kräutermärchen über die Schafgarbe.

 

Die Schafgarbe ist ein universelles Naturheilmittel und eine der ältesten Heilpflanzen des Menschen. Ausgrabungen zufolge nutzten die Menschen schon vor 60 000 Jahren die Heilkraft der Schafgarbe.

Sie findet auch Erwähnung in der griechischen Sage um Troja. Der Held Achilles soll, vom Kampf verwundet, seine Wunden mit Schafgarbe heilen. Daher stammt auch ihr lateinischer Name Achillea millefolium.

 

Auch heute kann Schafgarbe aufgrund ihrer Inhaltsstoffe hilfreiche Dienste leisten. Sie enthält ätherisches Öl, Bitterstoffe und Gerbstoffe. Ihre Wirkung entfaltet sie auf unsere Verdauung, sie ist verdauungsanregend und krampflösend. Weiters ist sie eine der wichtigsten Heilpflanzen für Frauen, da sie Störungen der Menstruation ausgleicht und krampflösend wirktBei Husten, Erkältungen und Hautproblemen ist sie durch ihre entzündungshemmende und beruhigende Wirkung hilfreich.

 

Außerdem ist sie ein ausgezeichnetes Kraut für die Wildkräuterküche. Ob im Frühling die frischen zarten Blätter für Suppe, Salat und Aufstrich, oder im Sommer und Herbst die Blüten für zum Beispiel Pastasauce.

Aus ihren Blüten kann auch ein lieblich schmeckender Sirup hergestellt werden. Einfach Zucker und Wasser (1:2) mischen, aufkochen und abkühlen lassen und über die Schafgarbenblüten, Zitronensaft und Zitronenschale gießen. Das ganze 3 Tage ziehen lassen, abseihen, eventuell nochmal aufkochen und abfüllen. 

 

Für mich persönlich ist sie eine der wichtigsten Wildpflanzen, die mit ihrem Aussehen und Duft besticht. Da sie von Frühling bis in den Herbst hinein auf den Wiesen und auch im Garten auffindbar ist, kann man sie lange frisch nutzen. Außerdem kann man sie für Tee trocknen, eine Tinktur oder einen Ölauszug für Kosmetik ansetzen, und so ihre Kraft das ganze Jahr über nutzen.


Die Hagebutte                                                                                                                    November 2017

Die Hagebutte, oder auch in weiten Teilen Österreichs Hetscherl genannt, ist die Frucht der Hundsrose. Die Hundsrose trägt etwa im Juni zarte Röschen in weiß oder rosa. Am etwa Oktober leuchten dann die roten Hagebutten zwischen den Zweigen.

Die Hagebutte ist eine Winterfrucht, erst nach dem ersten Frost ist sie richtig reif, weich und entfaltet ihr gesamtes Aroma.

 

Neben Sanddorn ist die Hagebutte die Vitamin-C-reichste einheimische Frucht. Sie enthält zirka 500 mg Vitamin C pro 100 g Frucht. Im Vergleich dazu enthält eine Zitrone etwa 50 mg Vitamin C pro 100 g Frucht.

Daher stärkt sie unser Immunsystem, beugt Mangelzustände vor und kann bei Erkältungen hilfreich sein

Am besten genießt man das Hagebuttenmus frisch aus der Frucht gepresst. Man kann Hagebutten auch zu Marmelade verarbeiten oder für Tee trocknen. Mittels einem Ölansatz kann man ein wertvolles Hautöl bekommen. In Alkohol angesetzt erhält man eine immunstärkende Tinktur.

 

Die Hagebutte enthält kleine Nüsschen mit widerhakenbesetzten Härchen, welche bei Hautkontakt zu Juckreiz führen. Man kennt das vielleicht noch aus Kindertagen, als man aus den "Kernen" Juckpulver hergestellt hat. Um diese Härchen zu entfernen, muss man die gesamten "Kerne" entfernen. Bei der Herstellung von Mus oder Marmelade kann man das auch mit einer Flotten Lotte machen.

 

Wer kennt nicht das Volkslied "Ein Männlein steht im Walde"? Wusstest ihr, dass es sich auf die Hagebutte bezieht?

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,

es hat vor lauter Purpur ein Mäntlein um.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

das da steht im Wald allein

mit dem purpurroten Mäntelein?

 

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein

und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

das da steht im Wald allein

mit dem kleinen schwarzen Käppelein?

 

Das Männlein dort auf einem Bein

mit seinem roten Mäntelein

und seinem schwarzen Käppelein

kann nur die Hagebutte sein!


Der Ackerschachtelhalm                                                                                                               Mai 2017

Der Acker-Schachtelhalm ist ein "lebendiges Fossil". Schachtelhalme gehören zu den ältesten Pflanzen der Welt, schon vor 400 Millionen Jahren prägten sie gemeinsam mit den Dinosauriern die Landschaft. Damals waren seine Triebe baumhoch und bildeten dichte Wälder. Seine Widerstandskraft und seine Art der Vermehrung ermöglichen dieses lange Überleben.

Schachtelhalme sind Sporenpflanzen, sie haben keine Blüte oder Samen. Im Frühjahr erscheinen die sporentragenden fruchtbaren Sprosse. Die Sporen werden durch den Wind verbreitet und entwickeln sich weiter zu den unfruchtbaren grünen Trieben.

Da der Acker-Schachtelhalm sehr robust ist und sich auch über unterirdische Ausläufer stark ausbreitet, gilt er oft als Unkraut. Besonders in Äckern und Gärten ist er gefürchtet. Sein Rhizom reicht weit in die Erde hinein und lässt sich kaum entfernen. Man kann ihn aber auch als Helfer für Garten und Landwirtschaft sehen. Aus den grünen Trieben kann eine Jauche angesetzt werden, die als Stärkungsmittel für Pflanzen und zur Vorbeugung gegen Schädlinge wirkt.

 

Außerdem wirkt er unterstützend auf unsere Gesundheit. Der Acker-Schachtelhalm kann zur Blutstillung, zur Wundheilung, gegen Rheuma und Gicht, bei Nieren- und Harnwegserkrankungen und bei chronischem Husten eingesetzt werden. Man kann ihn als Tee zubereiten und ihn in Form von Umschlägen und Bädern äußerlich anwenden. Um die enthaltene Kieselsäure herauszulösen, müssen die grünen Triebe (frisch oder trocken) mindestens 20 Minuten gekocht werden.

Um Verwechslung mit dem giftigen Sumpf-Schachtelhalm auszuschließen kann man sich nicht alleine auf den Standort verlassen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist das Längenverhältnis der Seitensegmente zum Mittelsegment. Beim Acker-Schachtelhalm ist das erste Seitensegment länger als das erste Mittelsegment. Dieses Merkmal unterscheidet die beiden eindeutig.

 

 

               Acker-Schachtelhalm                          Sumpf-Schachtelhalm


Die Gundelrebe                                                                                                                             April 2017

Die Gundelrebe oder Gundermann gehört schon immer zu den Pflanzen, die in unmittelbarer Nähe menschlicher Behausungen wachsen. Sie galt früher als Verkörperung oder Unterschlupf der guten Haus- und Hofgeister bzw. Heinzelmännchen, die den Menschen ihre Hilfe anbieten. Und wer von uns kann nicht ab und zu etwas Hilfe von einem guten Geist gebrauchen?

 

Da sie eine wintergrüne, kriechende Pflanze ist, kann man die jungen Blätter der Gundelrebe fast das ganze Jahr über ernten. Anfang April stellen sich die Sprosse dann auf und beginnen zu blühen.

Die Gundelrebe enthält viel ätherisches Öl. Das merkt man, wenn man an ihr riecht oder sie kostet. Sie hat einen sehr aromatischen Geruch und einen "öligen", aromatischen Geschmack.

Außerdem enthält sie viele Gerbstoffe, Bitterstoffe und Vitamine. Ihr Einsatzgebiet ist vielfältig. Sie wirkt entzündungshemmend und schleimlösend, kann also unterstützend bei Husten und Schleimhautentzündungen eingesetzt werden. Durch ihre zusammenziehende Wirkung ist sie auch bei Durchfall hilfreich. Eine herausragende Eigenschaft ist die Ausschwemmung von Schwermetallen, sie kann sogar Blei aus unserem Körper ausleiten. Auch zur Behandlung von Wunden kann sie verwendet werden.

 

Die Herstellung eines Wundöls aus der Gundelrebe ist denkbar einfach. Man pflückt frische, blühende Triebe der Gundelrebe, presst sie in ein Glas und lässt dieses mehrere Tage in der Sonne stehen. Am Boden setzt sich das Öl ab, welches zur Behandlung von Wunden verwendet werden kann. Zur Hälfte mit starkem Alkohol gemischt, kann daraus eine Tinktur hergestellt werden, die lange haltbar ist.

 

Die Gundelrebe ist eine schmackhafte Zutat für Suppe, Salat oder Brotbelag. Schon unsere Vorfahren, die Germanen und Kelten, verwendeten sie in ihrer Neunkräutersuppe. Auch heute wird oft noch der Brauch gepflegt am Gründonnerstag etwas Grünes zu essen - die Gründonnerstagssuppe. Welche übrigen Kräuter in der Neunkräutersuppe kochten ist nicht völlig überliefert, es waren wohl auch regional unterschiedliche Rezepte. Es handelte sich bestimmt um Pflanzen, die im Frühling ihre ersten grünen Triebe der Sonne entgegenstrecken.

 


Das Gänseblümchen                                                                                                              Februar 2017

Bellis perennis

 

Bei trockenem, sonnigem Wetter blühen die Gänseblümchen fast das ganze Jahr über. Das geht auch aus ihrem lateinischen Namen hervor - Bellis perennis. Bellus bedeutet schön und perennis steht für ausdauernd - also eine ausdauernde Schönheit.

Während bei Sonnenschein die Blüten weit geöffnet sind, sind die Köpfchen bei trübem, feuchtem Wetter fest verschlossen.

 

Gänseblümchen gehören zu den ersten Frühlingsboten, die blühen, sobald der Schnee geschmolzen ist. Ein altes Sprichwort besagt: "Wenn du mit deinem Fuß 7 Gänseblümchen in der Wiese bedecken kannst, dann ist der Frühling da." Da müssen wir wohl noch etwas warten.

Aber die ersten Blütenköpfchen sind bereits um Vorschein gekommen. Die ersten drei Gänseblümchen, die man im Frühling findet, gelten als besonders heilkräftig. Sie sollen das ganze Jahr vor Krankheit schützen.

 

Das winzige Gänseblümchen hat eine starke Ausstrahlung, es berührt mit seiner Lieblichkeit die Seele. Schon bei den Kelten und Germanen war es eine heilige Pflanze. Außerdem war sie Teil der kultischen Neunkräutersuppe.

Am besten schmeckt das Gänseblümchen frisch - als Brotbelag, im Salat oder in der Suppe. Man kann es aber auch für Tee trockenen oder in Kosmetik verarbeiten.

Durch seine Inhaltsstoffe (vor allem Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe) wirkt es schleimlösend, stoffwechselanregend und wundheilend.

 

Das Gänseblümchen ist speziell bei Kindern sehr beliebt. Wer hat nicht in seiner Kindheit Kränze aus den zarten Blümchen geflochten oder "er liebt mich, er liebt mich nicht, ..." gespielt.

Hoffentlich gewinnt es auch bei Erwachsenen wieder größere Beliebtheit, da es nicht nur bei kleinen Wehwehchen hilft und gut schmeckt, sondern auch unser Herz erfreut und den Frühling ankündigt.