Frühlingserwachen                                                                                                                      März 2019

Tagsüber wärmt die Sonne die Luft, die Vögel zwitschern, um die Palmkätzchen surren schon Insekten, die ersten Knospen der Sträucher und Bäume platzen auf, überall sprießt frisches Grün und die ersten bunten Blütentupfen erscheinen auf den Wiesen... es ist Frühling!

 

Die Natur erwacht und alles streckt sich der Sonne entgegen!

Beim Frühlingsspaziergang kann man nun täglich neue Pflanzen entdecken, die gestern noch nicht da waren.

Die ersten zarten Spitzen vom Bärlauch bohren sich durchs Laub. An geschützten sonnigen Plätzen treibt bereits der Giersch aus. Die saftig grün glänzenden Blätter des Scharbockskrautes gehören zu den ersten Vitaminlieferanten im Frühling. Auf den Wiesen und unter Hecken sprießen Schneeglöckchen, Primeln und Leberblümchen. Aus den Hecken und am Waldrand leuchten die gelben Blüten der Kornellkirsche.

Beim heutigen Morgenspaziergang habe ich bereits die ersten Blüten von Lungenkraut entdeckt und ein junge zarte Blättchen der Schafgarbe gesammelt. Im Garten habe ich sogar schon ein paar weiße und lila Blüten vom Veilchen gefunden!

 

Jetzt geht alles Schlag auf Schlag, man kann der Natur förmlich zusehen beim Wachsen.

Wir spüren auch wie es uns wieder hinauszieht, in die Natur, an die frische Luft und in die Sonne. Wenn wir diesem Drang folgen können wir in der erwachenden Natur täglich Neues und Fasizinierendes entdecken.

Ich wünsche euch viel Freude beim Start ins Kräuterjahr!


Pflanzenportrait - Die Mistel                                                                                                 Februar 2019

Im Winter, wenn die Bäume kahl sind, fällt uns die Mistel mit ihren grünen Blättern und weißen Beeren auf.

 

Die Mistel, ist eine Pflanze, die sich nicht nach den "Regeln der übrigen Pflanzenwelt" richtet. Sie braucht nicht die Wärme des Sommers - die Beeren entwickeln sich im Dezember und sie blüht im Februar, so sind Blüte und Beern zeitgleich sichtbar.

Die Mistel ist ein "Luftwesen", sie berührt niemals den Boden. Ihre Samen werden von Vögeln verbreitet und sie keimt direkt auf dem Wirtsbaum.

Sie richtet sich nicht nach der Sonne, sondern wächst kugelig in alle Richtungen unabhängig von Licht und Schwerkraft.

Die Mistel stirbt erst, wenn ihr Wirtsbaum stirbt. Sie hält Winterfrost, trockener Hitze und Insekten Stand. Ihre immergrünen Blätter wirft sie alle 4 Jahre ab.

Als Halbschmarotzer bildet die Mistel eine Saugwurzel, mit der sie die Leitungsbahnen der Wirtspflanze anzapft. Sie betreibt aber auch selbst Photosynthese. Der Baum wird durch die Mistel nicht geschädigt, sie kann ihn sogar vor Umwelteinflüssen schützen.

 

In der Volksmedizin und Homöopathie wird die Mistel in der Krebstherapie eingesetzt. Außerdem findet sie Anwendung bei der Stabilisierung des Immunsystems, bei Bluthochdruck, zur Herzstärkung und in der Schmerztherapie.

Es werden Präparate aus der Mistel eingesetzt oder die Blätter für Tee mit kaltem Wasser mehrere Stunden eingeweicht.

 

Die Mistel hat vor allem mytholgisch große Bedeutung. Sie gilt als Brücke zwischen Himmel und Erde. Für die keltischen Druiden war die Mistel die heiligste und geheimnisvollste Pflanze, die Kraft, Mut und Unbesiegbarkeit verleiht und außerdem alle Krankheiten heilen kann.

Als immergrüne Pflanze ist sie Sinnbild für Hoffnung, Glück und Fruchtbarkeit.

Die Mistel soll vor allem an von Erdstrahlen betroffenen Stellen wachsen, um so Bäume vor deren möglichen schädlichen Auswirkungen zu schützen.


Wärmende Kräuter für kalte Tage                                                                                          Jänner 2019

Draußen ist alles von einer weißen Schneedecke überzogen und es weht ein kalter Wind. Nach dem Winterspaziergang zieht es uns wieder nach drinnen vor den warmen Ofen und zu einer heißen Tasse Tee.

Zusätzlich können wir die wärmende Wirkung von Kräutern nutzen.

 

Für einen besonders wärmenden Tee eignen sich Holunderblüten und Lindenblüten. Der Tee hat einen lieblich süßen Geschmack und wärmt besonders gut von innen, er wirkt sogar schweißtreibend.

Auch Rosmarintee wirkt sehr belebend und wärmend. Durch seine kreislaufanregende Wirkung sollte er eher morgens getrunken werden.

Besonders gelbe und orange Blüten tragen die Kraft der Sommersonne in sich und sind lichtbringend. Und was kann uns an kalten Wintertagen besser wärmen als die Sommersonne in Form von Tee. Johanniskraut, Ringelblume, Alant, Löwenzahn, Sonnenblume oder Königskerze tragen die Kraft der Sommersonne in sich.

Auch mediterrane Pflanzen, wie Thymian, Basilikum, Oregano, Majoran oder Lavendel, sind sonnenliebende Pflanzen und speichern viel Sonnenenergie in sich. Diese können sie uns im Winter zum Beispiel in Form von Tee weitergeben.

 

Eine Wohltat sind Kräuter auch in der Badewanne oder für ein Fußbad.

Hier ist besonders der Rosmarin zu erwähnen. Indem er die Durchblutung anregt entfaltet er auch hier seine wärmende Wirkung.

Auch andere mediterrane Kräuter, aber auch Fichte und Tanne, entfalten im heißen Wasser ihre wärmende Wirkung und hüllen uns durch ihre ätherischen Öle in eine angenehme Duftwolke.

 

Auch ein Körperöl lässt sich mit Kräutern anreichen. Rosmarin oder Thymian in Pflanzenöl ausgezogen ergeben ein pflegendes und wärmendes Körperöl. Als Klassiker ist hier auch das Johanniskraut zu nennen. Das rote Öl bringt die Sommersonne auf unsere Haut und verreibt Trübsal und schlechte Laune.

 

Neben unseren heimischen Kräutern gibt es auch einige Gewürze die für ihre wärmende Wirkung bekannt sind. Chili, Ingwer, Zimt oder Vanille wärmen uns als Tee oder Gewürz von innen. Auch sie können, vorsichtig dosiert, in der Badewanne oder einem Körperöl von außen wärmen.