Wildkräuterküche im Frühling                                                                                                    April 2021

Jetzt im Frühling sprießen so viele schmackhafte und gesunde Kräuter, die sich hervorragend in der Küche verwenden lassen.

 

Bärlauch - Giersch - Vogelmiere - Löwenzahn - Taubnessel - Schafgarbe - Gänseblümchen - Brennnessel - Gundelrebe - Spitzwegerich - Knoblauchsrauke - Veilchen - Primeln - Rotklee - Holunderblüten - ...

 

Hier einige einfache Rezepte:

 

Kräutersirup (z.B.: mit Holunderblüten, Schafgarbenblüten, Veilchenblüten oder Rotkleeblüten)

2 Liter Wasser und 1 kg Zucker vermengen und aufkochen. 3-5 Handvoll Blüten (oder Blätter), 3 klein geschnittene Bio-Zitronen und eventuell Zitronensaft mit dem abgekühlten Wasser-Zuckergemisch übergießen. Das Ganze zugedeckt stehen lassen und immer wieder umrühren. Nach 3-5 Tagen gut abseihen, die Flüssigkeit aufkochen und heiß in Flaschen füllen.

Haltbarkeit: pasteurisiert (abgekocht) einige Monate bis Jahre

 

Pesto (z.B.: mit Bärlauch, Giersch oder Vogelmiere)

Die gewünschten Kräuter mit viel Öl, gemahlenen Nüssen oder Samen, Käse und Salz pürieren.

Haltbarkeit: einige Wochen (kühl), länger haltbar ist das Pesto ohne Käse und Nüsse

Tipp: Ich verwende sehr gerne Sonnenblumenkerne, die passen besonders gut in ein Gierschpesto!

 

Blütenbutter (mit allen essbaren Blüten der Saison)

Butter weich werden lassen und mit etwas Salz sowie den abgezupften Blütenblättern vermengen.

In einem Gefäß oder in Folie eine Rolle geformt einkühlen.

Tipp: Die fertige Butter kann auch tiefgekühlt werden, so hat man auch im Winter Frühlingsblüten auf dem Tisch oder eine würzige Bärlauchbutter im Sommer zum Grillen.

 

Grüne Suppe

2 Zwiebel klein schneiden und in Öl kurz anschwitzen. 2 Erdäpfel schälen, kleinschneiden und alles gemeinsam mit etwa 1 Liter Wasser zum Kochen bringen.

Ca. 5 Handvoll Kräuter nach Saison (z.B.: Vogelmiere, Brennnessel, Bärlauch, Spitzwegerich, Schafgarbe, Taubnessel, Löwenzahn, Giersch) klein schneiden und erst ganz zum Schluss zur Suppe geben. Die Suppe fein mixen und mit Salz sowie Obers abschmecken.

Tipp: Am besten wird die Grüne Suppe, wenn sie wirklich fein püriert ist. Oft eignen sich dafür Standmixer oder Smoothiemaker besser als ein Pürierstab. Außerdem braucht die Kräutersuppe relativ viel Salz.

 

Grüne Palatschinken

Palatschinken wie gewohnt zubereiten. In die Milch Kräuter der Saison pürieren.

Tipp: Besonders stark färben Brennnessel, Giersch und Bärlauch. Die Grünen Palatschinken eignen sich eher für pikante Fülle oder als Suppeneinlage.

 

Ausgebackene Holunderblüten

Holunderblüten in Palatschinkenteig oder Bierteig tunken und in Fett ausbacken.

Tipp: Sobald die Blüten in der Pfanne sind, schneide ich mit einer Schere alle groben Stängel ab und wende sie kurz.

 

Mehr Rezepte, Zubereitungsmöglichkeiten, Kostproben, kreative Ideen und natürlich auch die Bestimmung der Kräuter gibt's dann wieder ab nächstem Jahr in verschiedenen Workshops!


Pflanzenportrait - Das Lungenkraut                                                                                         März 2021

Hast du schon das erste Lungenkraut entdeckt?

Ich habe es schon blühend im Wald gefunden und bin schon gespannt ob es wieder so üppig vorkommt wie letzten Frühling!

 

Vielleicht kennst du das Echte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) unter seinen volkstümlichen Namen "Hänsel und Gretel" oder "Adam und Eva"? Diese Namen trägt es, da es rosa und blau-violette Blüten gleichzeitig hat.

Die Blütenfarbe ergibt sich aus den unterschiedlichen Reifestadien. Zuerst sind die Blüten rosa, wenn sie bestäubt sind ändert sich ihr pH-Wert (von sauer auf basisch) und sie werden blau. So wissen die ersten Frühlingsinsekten genau, welche Blüten noch nicht bestäubt sind bzw. noch Nektar tragen.

Auch die Blüten von anderen Pflanzen ändern auf diese Weise ihre Farbe, z.B.: Vergissmeinnicht, Rosskastanie (nur der Blütenfleck), Waldplatterbse, Kaukasischer Beinwell.

 

Das Echte Lungenkraut hat hellgrüne bis weiße Flecken auf den pelzig behaarten Blättern. Es blüht von etwa März - Mai und kann auch in dieser Zeit gesammelt werden.

 

Es enthält eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen: Kieselsäure, Schleimstoffe, Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide, Mineralstoffe, etc..

Wie der Name schon verrät, hat es stärkende Wirkung auf unsere Lunge, wirkt schleimlösend, auswurffördernd, schleimhautschützend, entzündungshemmend und hat reizmildernde Wirkung bei Husten und Heiserkeit.

 

Die Blüten und Blätter können für Tee (frisch oder getrocknet) verwendet werden, außerdem für Hustenhonig -oder sirup, für Oxymel, aber auch frisch für Suppe und Salat. Vielleicht kennt ihr das auch noch aus eurer Kindheit: die rosa Blüten aussaugen, sie enthalten besonders viel Nektar und schmecken herrlich süß!

 

Rezept für ein lungenstärkendes und hustenlösendes Oxymel (Sauerhonig):

Honig mit Essig ca. 2:1 mischen

eventuell mit etwas Wasser verflüssigen

Kräuter (Lungenkraut, Schlüsselblume, Thymian, eventuell ein paar Huflattichblüten) kleinhacken und unter das Oxymel rühren

Mischverhältnis: Oxymel zu Kräuter ca. 1:1 bis 2:1

ca. 4-6 Wochen ziehen lassen

abseihen und in eine dunkle Flasche füllen

bei Bedarf ca. 1 Esslöffel des Oxymels (pur oder verdünnt) einnehmen


Imbolc / Lichtmess - Eine Vorahnung des Frühlings                                                        Februar 2021

Habt ihr sie auch schon gesehen, die allerersten Vorboten des Frühlings?

Habt ihr auch an sonnigen Tagen schon eine leichte Vorahnung des Frühlings?

Ich ertappe mich an wärmeren Tagen schon dabei, dass mein Blick ständig den Boden absucht, nach den ersten Schneeglöckchen, Primeln oder zarten Bärlauchblättchen...

 

Jetzt im Februar werden die Tage merkbar länger, wir haben mehr Tageslicht und manchmal auch strahlenden Sonnenschein. Wir haben bereits eine erste Vorahnung des Frühlings!

In der Nacht von 1. auf 2. Februar wird Imbolc gefeiert (auch Brigid oder Lichtmess). In dieser Zeit feiern wir die Wiederkehr der Sonne und das erste Keimen, außerdem die reinigenden und erfrischenden Energien, die in dieser Zeit spürbar werden. Es zieht uns nach draußen in die Sonne, wir wollen frische Luft hereinlassen und den Winter "hinaus lüften". Die Zeit des Ruhens geht langsam zu Ende, es herrscht eine Stimmung des Neubeginns. Traditionell fällt in diese Zeit auch der Beginn der Fastenzeit (Reinigung).

 

Vielleicht kannst du in den nächsten Tagen und Wochen (wenn kein Schnee liegt) bereits die ersten vor Kraft strotzenden Frühlingskräuter finden, sammeln und ihre Kräfte für dich nutzen.

Vogelmiere, Primeln, Huflattich, Taubnessel, Gänseblümchen, Bärlauch - sie alle fürchten die Kälte nicht und treiben schon bei den ersten warmen Sonnenstrahlen des Vorfrühlings aus.