Pflanzenportrait - Die Rosskastanie                                                                               September 2020

Die Kastanien werden langsam reif und sind so ein Vorbote des Herbstes.

Wenn ich eine frische, glänzend braune Kastanie am Boden liegen sehe, muss ich sie einfach aufheben. Ich liebe es die glatte Frucht in der Hand zu haben.

Wofür sammelt ihr Kastanien? Als Tierfutter, zum Basteln oder schon zum Waschen?

 

Die Rosskastanie wurde erstmals 1576 von Konstantinopel nach Wien gebracht. Hier wurde sie ein Modebaum für Alleen, Parks und Schlossgärten. Auch in Biergärten war sie für die Kühlung ein fixer Bestandteil. Heute findet man noch diese Altbestände und viele verwilderte Bäume.

 

Die Rosskastanie gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Die Familienzugehörigkeit erklärt auch ihre Hauptwirkung.

Rosskastanien enthalten viele Saponine (Seifenstoffe). Wenn diese mit Wasser in Berührung kommen, schäumen sie auf, brechen die Oberflächenspannung von Wasser und lösen Schmutz.

Vielleicht habt ihr im Herbst schon einmal beobachtet, dass überfahrene Kastanien auf der regennassen Straße Schaum bilden...

Die Saponine können wir aufgrund ihrer Waschwirkung als Seifenersatz und zum Wäschewachen nutzen.

Eine äußerliche Einreibung oder ein Umschlag (mit Tee oder Tinktur) wirkt venenstärkend und durchblutungsfördernd.

Innerlich wird die Rosskastanie wegen ihres hohen Saponingehalts nicht angewandt.

 

Herstellung von Waschmittel:

Eine Hand voll frische oder getrocknete Kastanien (grob zerkleinert) mit 1/2 Liter Wasser mischen. Diese Mischung entweder kurz aufmixen oder mehrere Stunden stehen lassen. Danach die trübe, schäumende Lauge abseihen.

Der gesamte halbe Liter ist Flüssigwaschmittel für eine Waschmaschinenladung.

Die Rosskastanie wäscht absolut geruchsneutral, entfernt Schmutz und Gerüche.

Die abgefilterten Kastanien enthalten immer noch soviel Saponine, dass sie noch 3-4 Mal für Waschmittel angesetzt werden können. Erst danach sind sie "leer".

 

Um sich einen Jahresvorrat für Waschmittel anzulegen müssen wir im Herbst Kastanien sammeln und diese trocknen. Es empfiehlt sich die Kastanien mit einer Gartenschere oder einem Messer grob zu zerkleinern und dann rasch in der Sonne, im Dörrer oder Backrohr zu trocknen. Rosskastanien enthalten auch viel Stärke und sind daher sehr schimmelanfällig. Bitte achtet beim Trocknen darauf und sortiert befallene Stücke aus.

Sobald alles gut trocken ist kann der Kastanienbruch in Gläsern oder Säckchen aufbewahrt werden.


Pflanzenportrait - Der Beifuss                                                                                                August 2020

Im Sommer gedeiht der Beifuss (lateinisch Artemisia vulgaris) üppig an Wegrändern und auf Böschungen.

Sein Erscheinungsbild ist oft fast das eines Strauches, da er bis zu 3 Meter hoch und sehr ausladend wachsen kann. Seine Blüten jedoch sind unscheinbar, gelblich-grün.

 

Der Beifuss hat einen intensiv aromatisch-würzigen Duft und aromatisch-bitteres Aroma.

Ein paar frische Blütenknospen gekaut wirken erfrischend wie ein "Tic Tac" von der Wiese. Seine frischen Blätter und Blüten können auch in der Küche eingesetzt werden, eher in Maßen, da sie sehr bitter schmecken.

Zu Gänsebraten ist er das traditionelle Gewürz. Er macht nämlich schweres fettiges Essen leichter verdaulich. Die enthaltenen Bitterstoffe wirken verdauungsanregend und stoffwechselanregend. Außerdem können sie bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Bauchschmerzen eingesetzt werden.

Wegen seiner krampflösende Wirkung ist der Beifuss eine wichtige Frauenpflanze. Außerdem hat er hormonell ausgleichende Wirkung (über die Hypophyse), wirkt menstruationsfördernd, stärkt die Fruchtbarkeit und die Weiblichkeit. Aufgrund seiner starken Wirkung ist er nicht für Schwangere, Stillende und Kleinkinder geeignet.

 

Als Einreibung, Salbe oder Fußbad eignet er sich hervorragend für müde, schwere, schmerzende und geschwollene Füße. Hier wirkt er belebend, erfrischend und abschwellend. "Beim Fuss" getragen (also in die Schuhe gelegt oder die Füße damit eingerieben), gibt er dem Wanderer Kraft, schützt vor Muskelkater und Müdigkeit.

 

Als Räucherpflanze, vor allem im Winter und zu den Sonnwenden, wirkt er reinigend, schützend, insektenabwehrend und zur Förderung von Loslassen und Neubeginn.

 

August bis September ist genau die richtige Zeit um Beifuss zu sammeln und zu trocknen oder weiterzuverarbeiten!


NEU !! Kursreihe bzw. Module                                                                                                      Juli 2020 "Selbermacher - Altes Wissen für Neue Zeiten"

Wir können so vieles für unseren Alltag selbst machen - Nahrung, Pflege und Reinigung!

 

Das alte Wissen und traditionelle Methoden werden nun wieder neu entdeckt. Sie helfen uns auch in der heutigen Zeit sich selbst (aus der Natur) zu versorgen, den Konsum zu reduzieren und gesunde, schmackhafte Produkte herzustellen.

In dieser Kursreihe lernst du die Kunst des Seife Siedens und Herstellung von Körperpflegeprodukten, die traditionellen Methoden von Fermentieren und backen mit Sauerteig, außerdem Wege zur natürlichen Reinigung.

 

Wann: 5 Module jeweils 14:00 - 18:00 Uhr

Termine: jeweils Sonntag 11. Oktober 2020, 8. November 2020, 13. Dezember 2020, 17. Jänner 2021, 14. Februar 2021

Wo: Tierlacherhof Ollern (20 min ab Wien, auch öffentlich erreichbar)

 

Kostenbeitrag:

Gesamte Kursreihe € 380,- (inkl. Materialien, Rezepte, selbst hergestellte Produkte, komplette Mappe mit ausführlichen Skripten)

Einzelmodule je € 82,- (inkl. Materialien, Rezepte, selbst hergestellte Produkte, digitales Skript)

 

Anmeldung: kontakt@wiesen-kraeuter-wissen.at oder hier

 

Modul 1 "Gemüse Fermentieren"                                                                                      - 11. Oktober

Das Fermentieren ist eine alte Methode der Konservierung, die gerade wieder neu entdeckt wird. Es eignet sich besonders gut um unser saisonales Gemüse haltbar zu machen.

Die Zubereitungen sind einfach, verbrauchen keinen Platz in der Tiefkühltruhe und bieten ein tolles Geschmackserlebnis mit vielen Nährstoffen.

 

* Grundlagen des Fermentierens

* Verkostung von verschiedenen fertigen Fermenten

* Rezeptideen

* Herstellung von 4 selbst gemachten Produkten aus saisonalem Gemüse

Modul 2 "Seife Sieden"                                                                                                       - 8. November

Die Kunst des Seife Siedens ist etwa 5000 Jahre alt. Auch heute bietet es eine tolle Möglichkeit seine eigene Seife aus hochwertigen und natürlichen Zutaten selbst herzustellen sowie sie an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Nach einer Reifezeit von etwa 5 Wochen kannst du dann deine selbst gemachten Seifen verwenden. Das geht sich auch noch aus für Weihnachtsgeschenke ;-)

 

* Grundlagen des Seife Siedens im Kaltverfahren

* Sicherheitsvorkehrungen

* welche Öle für welche Seife verwenden?

* Berechnung von Rezepten

* Herstellung von Körperseife

* Herstellung von Haarseife

Modul 3 "Körperpflege"                                                                                                   - 13. Dezember

Wir können unsere Körperpflegeprodukte von Kopf bis Fuß selbst herstellen!

Dabei nutzen wir hochwertige, natürliche Zutaten, stimmen die Produkte auf unsere individuellen Bedürfnisse ab und unterstützen unseren Körper optimal. Außerdem schonen wir bei dieser Selbstversorgung die Umwelt und unsere Geldbörse.

Auch hier geht es sich aus, dass du mit dem gelernten Wissen noch selbst Weihnachtsgeschenke zauberst.

 

* Zutaten, Wirkungsweisen, Herstellungsverfahren

* verschiedene Rezepte

* Hautpflege

* Lippenpflege

* Deodorants und Allround-Spray

* Zahnpflege

* Herstellung von 4 Körperpflegeprodukten für den Alltag (Hautpflege, Lippenpflege, Deo, Zahnpflege)

Modul 4 "Backen mit Sauerteig"                                                                                           - 17. Jänner

Brot aus Sauerteig ist gut verträglich, hat ein ausgezeichnetes Aroma und ist lange haltbar. Selbst gemacht schmeckt es natürlich am besten!
Lerne in diesem Workshop die Grundlagen des Backens mit Sauerteig, vermehre deinen eigenen Teig und backe dein vielleicht erstes Brot.

 

* Sauerteig: Herstellung, Chemie, Pflege, ...

* verschiedene Getreidesorten

* Verkostung

* Rezepte

* Herstellung von Brot aus Sauerteig

* Herstellung von verschiedenem Gebäck aus Sauerteig

* Sauerteig im Glas für zuhause

Modul 5 "Grüne Waschkraft"                                                                                               - 14. Februar

Viele Pflanzen enthalten sogenannte waschaktive Stoffe, mit ihrer Hilfe können wir auf natürliche Weise reinigen und waschen.

Natürliche Reinigung ist auch mit Hilfe anderer Naturprodukte wie Asche, Mehl, Öl, Natron, etc. sanft und umweltschonend möglich.

Egal ob für Wäsche, Geschirr oder Körperpflege, wir können unsere natürlichen Waschmittel selbst herstellen.

 

* verschiedene Wirkmechanismen von natürlicher Reinigung

* waschaktive Pflanzen

* Asche, Lomentum, Strigil, Natron

* Herstellung von Waschmittel, Reinigung für Haut und Haar, Geschirrspülmittel, Haushaltsreiniger