Pflanzenportrait - Das Johanniskraut                                                                                           Juli 2019

Am 21. Juni war Johanni (Sommersonnwende). Dieses Jahr ging es sich aus, dass zu diesem Zeitpunkt auch schon das Johanniskraut blühte. Mit dem Johannitag beginnt die Erntezeit des Johanniskraut.

Es ist eine Sommer- und Sonnenpflanze, welche das Licht, die Sonne und den Sommer in sich trägt. Daher ertnen wir das Johanniskraut auch an den längsten und sonnenreichsten Tagen im Jahr.

 

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat 2 Längskanten am Stängel, der Stängel ist mit Mark gefüllt, die Blätter und Blütenblätter haben schwarze Drüsen (dunkle Punkte), außerdem sind die Kronblätter unsymetrisch und auf einer Seite gezähnt (mich erinnern sie an ein Windrad).

Die dunklen Drüsen enthalten einen roten Farbstoff, das Hypericin. Zerreibt man die Blüten zwischen den Fingern, färben sie dunkelrot. Dieser Farbstoff ist auch der Hauptwirkstoff des Johanniskraut und somit für seine Wirkungen verantwortlich.

 

Tee: Für Tee erntet man die oberen Triebspitzen (Stängel, Blätter und Blüten) und trocknet sie. Der Tee hat ein leicht säuerliches Aroma und eignet sich gut für dunkle Wintertage. Er wirkt stimmungsaufhellend, lichtbringend, antidepressiv, nervenberuhigend, bei geistiger Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und Schlaflosigkeit.

Die antidepressive Wirkung des Johanniskraut ist auch klinisch bewiesen, sie erfolgt über Melatoninausschüttung im Gehirn. Da es eine stark wirksame Pflanze ist, sollte der Tee nicht mit anderen Antidepressiva gleichzeitig angewandt werden.

 

Tinktur: Für eine Tinktur werden die oberen Triebspitzen 4-6 Wochen in Alkohol ausgezogen. Die Tinktur kann äußerlich als Einreibung bei Muskelschmerzen oder Verspannungen angewandt werden. Außerdem kann man sie tropfenweise einnehmen.

 

Rotöl: Das Rotöl ist wohl die bekannteste Anwendung des Johanniskraut. Dafür werden ausschließlich Blüten gesammelt und in einem Glas bedeckt mit Pflanzenöl für bis zu 8 Wochen in der prallen Sommersonne ausgezogen. Das Öl färbt sich schon nach wenigen Tagen rot.

Das fertige Rotöl kann als Pflege- oder Massageöl an dunklen Tagen stimmungsaufhellend und lichtbringend wirken. Bei Verspannungen und Muskelschmerken kann es lindernd wirken und bei Verbrennungen wirkt es entzündungshemmend, wundheilend und sorgt für schnelle und schöne Narbenbildung.

 

Achtung: Johanniskraut ist eine stark wirksame Pflanze. Kurmäßig / intensiv angewandt (innerlich und äußerlich) erhöht es die Lichtempfindlichkeit unserer Haut und sollte daher nicht bei starker Sonneneinstrahlung und im Sommer angewandt werden. Es ist eine ideale Pflanze für den Winter und dunkle Tage, in dieser zeit hilft es uns, das wenige verfügbare Licht aufzunehmen.

Außerdem kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen (Antidepressiva, hormonelle Verhütungsmittel und Narkosemittel).


Kräuterkosmetik                                                                                                                             Juni 2019

Wildkräuter können wir in der Küche und für unsere Gesundheit nutzen. Sie sind auch hervorragend für die Verarbeitung in Körperpflegeprodukten geeignet.

Durch Kräuter können wir zusätzliche Wirkung in unsere selbst gemachte Kosmetik bringen, zum Beispiel entzündungshemmende, wundheilende, beruhigende, ausgleichende oder anregende Wirkung.

Egal für welche Anwendung, ob Hautpflege, Lippenpflege, Zahnpflege, Deo oder Haarpflege, für alles gibt es passende Kräuter in der Natur!

 

Die Wirkung von Kräuter können wir über verschiedene Wege in unsere Pflegeprodukte bringen:

🌿 Ölauszug: In Öl können die Wirkstoffe von Kräutern heiß oder kalt ausgezogen werden.

🌿 wässriger Auszug: Auch in Wasser lassen sich Wirkstoffe extrahieren, zum Beispiel in Form von Tee.

🌿 Tinktur: In geringen Mengen kann auch ein alkoholischer Auszug einer Pflanze in Kosmetik eingearbeitet werden.

🌿 ätherisches Öl: In ätherischem Öl ist nicht nur der Duft einer Pflanze, sondern auch ihre Wirkung in konzentrierter Form enthalten.

🌿 Hydrolat: Ein Hydrolat entsteht als "Nebenprodukt" bei der Herstellung von ätherischen Ölen. Es ist destilliertes Waser mit einem Rest an ätherischem Öl, also ein Duftwasser.

 

Hier ein paar wichtige Hautpflanzen und ihre Hauptwirkung:

🌺 Gänseblümchen: Das Gänseblümchen ist die kleine Schwester der Ringelblume und hat die selbe Wirkung wie sie - entzündungshemmend, wundheilend und beruhigend bei Hautirritationen.

🌺 Schafgarbe: Auch sie wirkt entzündungshemmend und wundheilend, außerdem blutstillend und beruhigend.

🌺 Veilchen: Das Veilchen wirkt beruhigend und ausgleichend auf unsere Haut und ist durch seine gewebeerweichende Wirkung die ideale Pflanze zur Behandlung von Narben.

🌺 Lavendel: Lavendel mindert Rötungen, wirkt beruhigend bei Hautirritationen und entzündungshemmend.

🌺 Rose: Sie ist als milde Hautpflanze ein Klassiker.

🌺 Johanniskraut: Das Johanniskraut hat wundheilende, schmerzlindernde und beruhigende Wirkung auf unsere Haut. Gleichzeitig erhöht es die Lichtempfindlichkeit der Haut, daher Achtung im Sommer und bei starker Sonneneinstrahlung!

🌺 Rosmarin: Er wirkt belebend, durchblutungsfördernd und anregend.

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Mehr zur Verarbeitung von Kräutern in Kosmetik, Rezepte und Anleitung bei der Herstellung deiner ersten Produkte erhältst du bei einem meiner zahlreichen Termine rund um Kosmetik:

Do. 6. Juni: Workshop "Grundlagen der Kräuterkosmetik" bei Sonnentor Auhof Center

So. 16. Juni: Workshop "Grüne Kosmetik - Zahnpflege und Deo" am Tierlacherhof

Sa. 27. Juli: Workshop "Kräuterkosmetik" in Eichgraben

Do. 22. August: Workshop "Deo & Sommererfrischung" bei Sonnentor Millennium City

Di. 17. September: Workshop "Zahnpflege selbst herstellen" bei Sonnentor Millennium City

Do. 19. September: Workshop "Grundlagen der Grünen Kosmetik" imHinterhaus Wien


Pflanzenportrait - Der Löwenzahn                                                                                              Mai 2019

Der Löwenzahn verdankt seinen Namen dem stark gezähnten Blattrand, der aussieht wie eine Reihe von Löwenzähnen. Man kennt ihn aber auch als Pusteblume, Butterblume, Zichorie, ... allein im deutschsprachingen Raum soll es bis zu 500 volkstümliche Namen für ihn geben. Sein lateinischer Name lautet Taraxacum officinale, was auf seine Heilkraft hinweist.

Im Mai ist er allgegenwärtig, seine Blüten verwandeln zahlreiche Wiesen und Wegränden in ein gelbes Blütenmeer.

 

Löwenzahn ist eine Kurztagspflanze, er blüht daher nur an Tagen an denen es weniger als 12 Stunden hell ist - also im Frühling und Herbst. Im Sommer finden wir seine Blüten nur selten und dann eher an sehr schattigen Plätzen.

Er ist ein wichtiger Bodenaufbesserer! Durch seine Pfahlwurzel lockert er den Boden auf, macht Nährstoffe verfügbar und ist eine Kinderstube für junge Regenwürmer, die dann ihrerseits den Boden verbessern.

Auch für uns Menschen macht er Nährstoffe verfügbar. Löwenzahn ist eine sogenannte Einschleuserpflanze, er verbessert die Aufnahme von  Nährstoffen (vor allem Kalzium) aus anderen Nahrungsmitteln.

 

Seine Hauptinhaltsstoffe sind Bitterstoffe, Kalium, Vitamine und Mineralstoffe in den Blättern, Inulin in der Wurzel und Flavonoide in den Blüten.

Bitterstoffe wirken verdauungsanregend, stoffwechselanregend, sekretionsfördernd und krampflösend. Somit ist Löwenzahn eine wichtige Pflanze bei Verdaungsbeschwerden und Krämpfen aller Art. Außerdem wirkt er entgiftend und ausleitend. Die jungen, zarten Blätter eignen sich hervorrragend für die Wildkräuterküche, ob im Salat, in der Suppe oder als Ausstrich.

Die Wurzel kann als Diätkost für Diabetiker verwendet werden. Man kann sie für Wurzelgemüse oder Löwenzahnwurzelkaffee nutzen.

Die Blüten geben Salat und Butterbrot ein optisches und geschmackliches Extra. Außerdem lässt sich mit ihnen Löwenzahnhonig herstellen.

 

Und zu guter Letzt: wenn der Löwenzahn dann verblüht ist, kann man mit der Pusteblume die Zukunft erkunden. Aus der Zahl der Samen, die nach dem Pusten zurückbleiden kann man erfahren wie spät es ist, wie viele Kinder man haben wird oder wie viele Lügen der Pustende erzählt hat... Wer alle Fallschirme auf einmal wegpustet ist ein Glückskind!