Rosskastanie zum Waschen                                                                                            September 2021

Alle Jahre wieder ist im Herbst Kastanienzeit!

Es ist die richtige Zeit, um sich noch einen Vorrat an Kastanien-Waschmittel für das ganze Jahr anzulegen.

 

Es gibt viele Möglichkeiten um nachhaltig und "grün" zu Waschen. Dabei kann man einheimische Pflanzen nutzen, die vor der Haustür wachsen. Manche, wie etwa der Efeu, sind das ganze Jahr verfügbar. Andere kann man trocknen und so das ganze Jahr über nutzen. Diese natürlichen Waschmittel reinigen gründlich und geruchsneutral, sind auch für sensible Haut geeignet und belasten unser Abwasser und die Umwelt nicht.

 

Dafür eignen sind der Efeu, die Rosskastanie oder das Seifenkraut. Sie alle enthalten Saponine, sogenannte Seifenstoffe. In Kontakt mit Wasser schäumen sie auf und entfalten ihre Waschwirkung. Durch den hohen Gehalt an Saponinen sind diese Pflanzen für uns nicht genießbar, da sie auch in unserem Magen ihre Waschwirkung entfalten würden.

 

Rosskastanien-Waschmittel:

Einfach Rosskastanien sammeln, dabei nur einwandfreie Früchte nehmen. Der Schritt des Zerkleinerns ist der aufwändigste, da die Früchte auch frisch sehr hart sind. Man kann die Kastanien mit einer Gartenschere, einem Hammer oder einer Hacke zerkleinern oder auch mit einem starken Mixer. Dann muss der Kastanienbruch gut getrocknet werden, entweder in der Sonne oder bei etwa 40°C im Backrohr. Da die Früchte viel Wasser enthalten unbedingt auf Schimmelbildung achten und sie gut trocknen. Wenn der Kastanienbruch getrocknet ist, kann er für das restliche Jahr gelagert werden.

Für das Waschmittel setzt man eine Hand voll Kastanienbruch mit einem halbem Liter Wasser an. Entweder man lässt das Ganze einige Stunden bzw. über Nacht stehen oder mixt es kurz durch. Das Wasser wird trüb und es bildet sich Schaum an der Oberfläche. Den Kastaniensud nun abseihen und als Flüssigwaschmittel direkt in die Waschmaschine geben. Ein Schluck Essig wirkt als Weichspüler und Entkalker. Der Kastaniensud kann genauso als Geschirrspülmittel verwendet werden.

Jetzt kommt das Beste am Waschen mit Kastanien: Den bereits verwendeten Kastanienschrot kann man noch 3 - 4 Mal auf die selbe Weise mit Wasser ansetzen und erhält Waschmittel. Danach den restlichen Kastanienschrot einfach auf dem Kompost entsorgen. Nachhaltiger und ergiebiger geht es gar nicht!

 

Probiert auch ihr es einfach aus!


Frauenkräuter                                                                                                                           August 2021

Für mich ist Ende August / Anfang September DIE Zeit zum Sammeln von Frauenkräutern!

Jetzt können wir viele verschiedene Frauenkräuter finden, sammeln und verarbeiten. Hier eine kleine Auswahl:

 

Frauenmantel:

Schon sein Name verrät, er ist eine Frauenpflanze!

Der Frauenmantel hat, durch seine Phytohormone, vielfältige Wirkung auf uns Frauen. Er kann hormonelle Schwankungen ausgleichen und so lindernd wirken bei prämenstruellen Beschwerden oder im Wechsel. Wichtig dabei ist, dass Phytohormone nicht wasserlöslich sind, sie benötigen Fett oder Alkohol um sich zu lösen. Daher können wir aus einem Frauenmanteltee keine Phytohormone aufnehmen, außer wir versetzen ihn mit einem Schluck Milch (Fett). Für die Zufuhr der Phytohormone eignen sich auch besonders gut Tinkturen (Alkohol).

In jeder Form wirkt der Frauenmantel rhythmisierend und Weiblichkeit stärkend!

 

Schafgarbe:

Kräuterpfarrer Kneipp lobte die Pflanze: "Viel Unheil bliebe den Frauen erspart, würden sie ab und zu einmal nach der Schafgarbe greifen".

Die Schafgarbe hat besonders starke Heilwirkung auf Frauen. Sie wirkt krampflösend (bei Menstruationskrämpfen), blutstillend und blutbildend (bei starker Menstruationsblutung oder nach der Geburt) und allgemein stärkend auf die weiblichen Organe und die Weiblichkeit.

Wir können sie frisch, als Tee, Tinktur oder Sirup genießen.

 

Beifuss:

Der Beifuss enthält besonders viele Bitterstoffe. Diese wirken krampflösend und können bei Menstruationskrämpfen Linderung verschaffen.

Außerdem wirkt der Beifuss auf unsere Hypophyse (eine Hormondrüse im Gehirn) und so auf den weiblichen Hormonhaushalt. Dadurch kann er menstruationsfördernd und gebärmutterstärkend wirken, Wechselbeschwerden lindern und allgemein die Weiblichkeit stärken.

Beifuss ist wegen seiner starken Wirkung nicht für Schwangere (auch eventuelle Frühschwangerschaft bei Kinderwunsch) und Stillende geeignet!

 

Hopfen:

Viele meinen der Hopfen sei eine Männerpflanze (wegen der Verwendung im Bier), aber das Gegenteil ist der Fall. Hopfen ist eine Frauenpflanze und auch Bier eigentlich ein Frauengetränk!

Hopfen enthält besonders viele Phytohormone, die östrogenisierend wirken, den weiblichen Hormonhaushalt ausgleichen, die Menstruation fördern, Wechseljahresbeschwerden lindern und auf Frauen aphrodisierend wirken.

Auf Männer haben die Phytohormone dämpfende Wirkung und führen bei übermäßigem Konsum zur "Verweiblichung der Körperformen".

Die enthaltenen Bitterstoffe wirken krampflösend.

Beim Hopfen werden die weiblichen Fruchtzapfen verwendet, die etwa von August bis September geerntet werden können.

 

Gänsefingerkraut:

Das Gänsefingerkraut wirkt stark krampflösend und kann bei Regelschmerzen als Tee oder Tinktur eingesetzt werden (jedoch nicht bei Neigung zu Verstopfung).

 

Rotklee:

Auch der Rotklee enthält Phytohormone (vor allem in den Blüten) und kann Wechseljahresbeschwerden lindern.


Pflanzenportrait - Die Königskerze                                                                                               Juli 2021

Die Königskerze wird ihrem Namen gerecht - königlich überragt sie meist alle anderen Pflanzen. Nur selten passiert es, dass sie übersehen wird.

 

Als zweijährige Pflanze, ist sie im ersten Jahr jedoch noch unscheinbar. Sie entwickelt eine Blattrosette, die filzig (silbrig) behaart ist. Erst im zweiten Jahr streckt sie den Blütenstand dem Himmel entgegen. Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) hat dicht verzweigte Blütenstände. Die Blüten blühen jedoch nicht alle zur selben Zeit auf, sie öffnen sich alle nach der Reihe. So erlischt das Licht der Königskerze (von Juli bis September) nicht.

 

Früher wurde die Königskerze als Fackel verwendet, woher auch ihr deutscher Name stammt. In Öl, Harz oder Pech getaucht brennt sie lange.

Auch heute wird sie manchmal noch Wetterkerze genannt. Wenn sich die Spitze des Blütenstandes nach Westen neigt, soll es Regen geben. Neigt sie sich nach Osten, wird es ein sonniger Tag. Außerdem soll sie Blitze fernhalten.

Ein weiterer Grund sie im Garten zu haben, ist ihre Bedeutung als Futterpflanze für verschiedene Schmetterlingsraupen.

Außerdem soll die Königskerze ein Indikator für die Verschmutzung des Bodens sein. Bei Verunreinigung wächst der Blütenstand krumm.

 

Wie können wir sie verarbeiten und für unsere Gesundheit verwenden?

Verwendet werden die Blüten der Königskerze. Diese enthalten viele Schleimstoffe und Saponine.

Durch ihre reizmildernde, schleimhautberuhigende, entzündungshemmende, schleimlösende und auswurffördernde Wirkung, eignen sie sich hervorragend bei Erkrankungen der Atemwege, Husten (vor allem Reizhusten), Halsentzündung und Heiserkeit.

Wichtig bei der Herstellung von Tee, Hustenhonig oder Oxymel ist, dass durch einen feinen Teefilter gefiltert wird. Die Blüten haben feine Härchen, die sonst reizend auf unsere Schleimhaut wirken würden.

Da der Tee einen angenehm milden, süßlichen Geschmack hat eignet er sich gut als Frühstückstee und wird auch von Kindern sehr gut angenommen. Bei meiner Oma gab es in der Früh immer Königskerzenblütentee aus dem Garten!

 

Aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung eignen sich die Blüten auch für die Hautpflege. Auch hier sollte der Ölauszug (als Basis für Salbe, Lippenpflege, Lotion, Creme, etc.) durch einen feinen Teefilter gefiltert werden.

 

Ich habe mich ganz besonders gefreut als letztes Jahr eine Königskerze von selbst mitten im Garten aufging. Dieses Jahr hat sie einen Platz im Kräuterbeet bekommen und steht bereits in voller Blüte!