Pflanzenportrait - Der Hopfen                                                                                        September 2019

Jetzt ist Erntezeit für Hopfenzapfen!

Als Kletterpflanze findet man ihn an Bäumen, Hecken und Zäunen vor allem an Wegrändern, am Waldrand und in Hecken. Mit seinen widerhakenbesetzten Härchen kann er bis zu 8 Meter hoch klettern.

Hopfen ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt die männlichen und weiblichen Blüten befinden sich auf unterschiedlichen Pflanzen. Die männlichen Blüten blühen im Sommer eher unscheinbar gelb-grünlich. Interessant für uns sind die weiblichen Fruchtzapfen, die ab Ende August geerntet werden können.

 

Hopfen kann weit mehr als Bier würzen. Er enthält Bitterstoffe, ätherische Öle, Harze und Phytohormone.

Die enthaltenen Bitterstoffe wirken stoffwechselanregend, verdauungsanregend, antibakteriell und krampflösend. Wir können sie vor allem in Form von Tee, Tinktur oder Bier nutzen.

Allgemein hat Hopfen beruhigende und entspannende Wirkung. Er kann unterstützend bei Einschlafproblemen, innerer Unruhe und Anspannung verwendet werden. Dafür eignet er sich auch als Badezusatz oder in einem Kräuterkissen.

 

Herausragend ist er als Frauenpflanze! Vermeintlich ist Bier ein Männergetränk, das Gegenteil ist jedoch der Fall. Während Bier auf Männer dämpfend sowie anaphrodisierend wirkt und bei übermäßigem Konsum die Körperformen verweiblichen lässt, unterstützt der Hopfen durch seine Phytohormone den weiblichen Hormonhaushalt. Die pflanzlichen Phytohormone ähneln dem weiblichen Östrogen und können den weiblichen Hormonhaushalt ausgleichen. Dadurch hat Hopfen eine umfangreiche Wirkung auf Frauen: menstruationsfördernd, fruchtbarkeitsfördernd, zyklusharmonisierend, aphrodisierend, hemmt die Milchbildung beim Abstillen, unterstützend bei Wechseljahrsbeschwerden, stärkt die Weiblichkeit, erdet und wirkt Kopflastigkeit entgegen.

Für jede Frau ist es von Vorteil Hopfen zu genießen, egal ob als Bier, Tee oder Tinktur.

 

Hopfen kann auch zur Stärkung des Haarwuchses als Haarspülung verwendet werden.

Außerdem sind seine jungen Triebe im zeitigen Frühjahr geerntet eine Delikatesse und erinnern etwas an Spargel.


Neuigkeiten - Kooperationspartner und Locations                                                         August 2019

Ab Herbst habe ich einige neue Kooperationspartner, Standorte und Räumlichkeiten für Workshops und Kräuterwanderungen. Ich freue mich auf neue Herausforderungen, Workshopthemen, Interessierte und Begegnungen!

 

🌿 KITTENBERGER ERLEBNISGÄRTEN: Zwischen Weingärten und phantasievoll gestalteten Schaugärten finden ab Herbst Kräuter-Workshops statt. Starte den Tag mit "Pflege aus dem Garten - Kräuterkosmetik" (22. September 2019) oder "Heilkraft aus dem Garten - Salben und Hausmittel" (20. Oktober 2019) und erkunde im Anschluss die verschiedenen Themen- und Erlebnisgärten.

 

🌿 Im FREIRAUM FURTH bei Göttweig findet der Workshop "Grüne Waschkraft für die ganze Familie" (15. Oktober 2019) statt.

 

🌿 Der GLÜCKSRAUM in 1140 Wien ist eine kleine Oase mitten in der Stadt und bietet Platz für Workshops wie "Grüne Waschkraft"  am 11. Oktober 2019 und "Erkältungszeit?" am 22. November 2019.

 

🌿 EGGENBURG - Back to the Roots! In meinem Geburtsort findet jährlich die Zeitreise ins Mittelalter statt. Dieses Jahr bin ich mit zwei Kräuterwanderungen "Vor den Mauern der Stadt" am 7. und 8. September 2019 teil des abwechslungsreichen Programms. Am 5. Oktober 2019 findet dann der Workshop "Salben und Hausmittel" in der Manufactura Eggenburg statt.

 

🌿 Die VILLA ROSA in Neulengbach mitten im Wienerwald bietet Platz für Workshops wie "Salben und Hausmittel" (29. August 2019), "Grüne Waschkraft" (22. September 2019), "Heilkraft aus dem Wald" (20. Oktober 2019), "Räuchern mit Kräutern im Jahreskreis" (31. Oktober 2019), "Seife sieden" (17. November 2019) oder "Weihnachtliche Geschenke mit Kräutern" (8. Dezember 2019) und für weitere Möglichkeiten wie etwa Brot backen mit Sauerteig im nächsten Jahr.

 

🌿 In der VHS Amstetten finden im Herbst zwei Workshops statt: Am 1. Oktober 2019 "Grüne Waschraft" und am 5. November 2019 "Grundlagen der Kräuterkosmetik", weitere Termine dann im Frühjahr 2020.

 

🌿 KILB ist mein neuer Lebensmittelpunkt und Firmensitz. Daher startet auch hier im Herbst mein Programm mit Kräuterwanderungen und Workshops. Den Anfang macht die Kräuterwanderung "Herbstkräuter" am 6. Oktober 2019. Ich freue mich auf zahlreiche weitere Termine in meiner neuen Heimat und viele neue Gesichter!


Pflanzenportrait - Das Johanniskraut                                                                                           Juli 2019

Am 21. Juni war Johanni (Sommersonnwende). Dieses Jahr ging es sich aus, dass zu diesem Zeitpunkt auch schon das Johanniskraut blühte. Mit dem Johannitag beginnt die Erntezeit des Johanniskraut.

Es ist eine Sommer- und Sonnenpflanze, welche das Licht, die Sonne und den Sommer in sich trägt. Daher ertnen wir das Johanniskraut auch an den längsten und sonnenreichsten Tagen im Jahr.

 

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat 2 Längskanten am Stängel, der Stängel ist mit Mark gefüllt, die Blätter und Blütenblätter haben schwarze Drüsen (dunkle Punkte), außerdem sind die Kronblätter unsymetrisch und auf einer Seite gezähnt (mich erinnern sie an ein Windrad).

Die dunklen Drüsen enthalten einen roten Farbstoff, das Hypericin. Zerreibt man die Blüten zwischen den Fingern, färben sie dunkelrot. Dieser Farbstoff ist auch der Hauptwirkstoff des Johanniskraut und somit für seine Wirkungen verantwortlich.

 

Tee: Für Tee erntet man die oberen Triebspitzen (Stängel, Blätter und Blüten) und trocknet sie. Der Tee hat ein leicht säuerliches Aroma und eignet sich gut für dunkle Wintertage. Er wirkt stimmungsaufhellend, lichtbringend, antidepressiv, nervenberuhigend, bei geistiger Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und Schlaflosigkeit.

Die antidepressive Wirkung des Johanniskraut ist auch klinisch bewiesen, sie erfolgt über Melatoninausschüttung im Gehirn. Da es eine stark wirksame Pflanze ist, sollte der Tee nicht mit anderen Antidepressiva gleichzeitig angewandt werden.

 

Tinktur: Für eine Tinktur werden die oberen Triebspitzen 4-6 Wochen in Alkohol ausgezogen. Die Tinktur kann äußerlich als Einreibung bei Muskelschmerzen oder Verspannungen angewandt werden. Außerdem kann man sie tropfenweise einnehmen.

 

Rotöl: Das Rotöl ist wohl die bekannteste Anwendung des Johanniskraut. Dafür werden ausschließlich Blüten gesammelt und in einem Glas bedeckt mit Pflanzenöl für bis zu 8 Wochen in der prallen Sommersonne ausgezogen. Das Öl färbt sich schon nach wenigen Tagen rot.

Das fertige Rotöl kann als Pflege- oder Massageöl an dunklen Tagen stimmungsaufhellend und lichtbringend wirken. Bei Verspannungen und Muskelschmerken kann es lindernd wirken und bei Verbrennungen wirkt es entzündungshemmend, wundheilend und sorgt für schnelle und schöne Narbenbildung.

 

Achtung: Johanniskraut ist eine stark wirksame Pflanze. Kurmäßig / intensiv angewandt (innerlich und äußerlich) erhöht es die Lichtempfindlichkeit unserer Haut und sollte daher nicht bei starker Sonneneinstrahlung und im Sommer angewandt werden. Es ist eine ideale Pflanze für den Winter und dunkle Tage, in dieser zeit hilft es uns, das wenige verfügbare Licht aufzunehmen.

Außerdem kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen (Antidepressiva, hormonelle Verhütungsmittel und Narkosemittel).