Pflanzenportrait - Die Hagebutte                                                                                    November 2021

Bei uns gab es schon den ersten Nachtfrost und daher auch die ersten reifen Hagebutten!

Erst wenn es gefroren hat, sind die Früchte richtig reif, weich und entfalten ihr gesamtes Aroma und die Süße. Damit ist die Hagebutte eine Winterfrucht!

 

Auch ihre Inhaltsstoffe machen sie zu einem guten Begleiter für den Winter.

Neben Sanddorn ist die Hagebutte die Vitamin-C-reichste einheimische Frucht. Sie enthält etwa 500 mg Vitamin C pro 100 Frucht. Im Vergleich dazu: Zitronen haben etwa 50 mg Vitamin C pro 100 g Frucht.

Außerdem enthält sie viel Vitamin A, B1 und B2 sowie Antioxidantien und Mineralstoffe.

Die Hagebutte wirkt immunsytemstärkend, zellschützend, entzündungshemmend und reguliert die Verdauung.

 

Am besten schmeckt sie natürlich bei einem Winterspaziergang frisch vom Strauch gepflückt und das Mark herausgedrückt.

Beim rohen Verzehr und bei der Verarbeitung zu Mus oder Marmelade müssen wir darauf achten die kleinen Kerne (eigentlich Nüsschen) zu entfernen. Diese sind mit widerhakenbestückten Härchen bedeckt, welche bei Haut- oder Schleimhautkontakt Juckreiz verursachen.  So manches Kind hat das schon zur Herstellung von "Juckpulver" verleitet.

Bei der Verarbeitung zu Mus oder Marmelade können die "Kerne" mit ihren Härchen mit Hilfe einer Flotten Lotte entfernt werden. Bei allen anderen Verarbeitungsformen reicht das Filtrieren durch einen feinen Papierteefilter.

 

Die Hagebutten können halbiert und für Tee getrocknet werden. Dieses hat ein fruchtig saures Aroma und eignet sich für Früchteteemischungen, Erkältungstee oder pur.

Die Hetscherl, wie sie in weiten Teilen Österreichs auch genannt werden, eigen sich auch hervorragend zum Ansetzen in Essig. Dieser dann aromatisierte, rot gefärbte und Vitamin C reiche Essig findet Verwendung in der Gesundheitsküche.

In Oxymel (Sauerhonig) angesetzt, stellen wir ein schmackhaftes Tonikum zur Stärkung des Immunsystems her. Oxymel und Essig bieten den zusätzlichen Vorteil, dass hier die juckenden Härchen durch die Säure abgebaut werden (nach etwa 1 Woche).

 

Auch als Zutat für Kosmetik sind die Hagebutten eine Wohltat für unsere Haut. Besonders im Herbst und Winter schützen sie unsere Zellen. Ein Ölauszug aus der Hagebutte kann weiterverarbeitet werden zu Salbe, Lippenpflege, Kälteschutzbalsam, Hautcreme oder Lotion.


Herbstzeit - Zeit zum Entschleunigen                                                                                 Oktober 2021

Ich freue mich, wenn im Herbst die Tage kürzer werden und das Laub beginnt sich zu färben und zu Boden zu fallen. An sonnigen, warmen Tagen zieht es mich hinaus in die Natur und vor allem auch in den Wald. An kühlen, regnerischen Tagen genieße ich es (nach einem Waldspaziergang) den Tag drinnen zu verbringen, mit einer heißen Tasse Tee oder Kakao, einem guten Buch oder schöner Musik, auf der Couch oder in der Badewanne oder beim Vorbereiten von Kursen.

 

Mich lädt der Herbst ein zur Ruhe zu kommen, zu entschleunigen und mich (wie auch in der Natur sichtbar) zurückzuziehen. Gleichzeitig suche ich vermehrt die Nähe zur Natur und genieße bei Spaziergängen das unterschiedliche Wetter, die Farben und Düfte.

 

Ich würde mich freuen, den Herbst etwas mit euch gemeinsam genießen zu können!

 

Am 9. Oktober genießen wir bei einer Kräuterwanderung auf der idyllischen Steinleitn Alm das Herbstwetter und entdecken die Vielfalt und Kraft der Herbstkräuter. Je nach Wetter mit einer Verkostung der gefunden Kräuter oder heißem Tee :-)

 

Beim Workshop "Heilkraft aus dem Wald" am 16. Oktober zeige ich euch wie vielfältig der Wald unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden unterstützt. Gemeinsam stellen wir heilkräftige Harzsalbe, stärkende Tinkturen und Öle sowie duftendes Räucherwerk her.

 

Wer gerne in die entschleunigende, entspannende, reinigende und vor allem duftende Welt der Räucherns eintauchen möchte, kann das bei verschiedenen Terminen tun:

Beim Modul "Wilde Kräuter zum Räuchern" sind wir am Vormittag im Wald und auf Wiesen unterwegs, lernen Räucherpflanzen kennen und sammeln Kräuter und Harz. Am Nachmittag verarbeiten wir diese zu Harzsalbe und verschiedenem Räucherwerk. Hier gibt es zwei Terminen mit jeweils wenigen Restplätzen am 23. Oktober und 30. Oktober.

Auch am 19. November steht das Räuchern im Mittelpunkt, beim Workshop "Räuchern mit Kräutern im Jahreskreis" tauchst du mit mir ein in die duftende Welt des Räucherns und stellst selbst verschiedenes Räucherwerk her.

 

Details und Anmeldung

 

Ich freue mich auch wenn ihr eure entschleunigte Herbstzeit (in Worten oder Bildern) mit mir teil!


Rosskastanie zum Waschen                                                                                            September 2021

Alle Jahre wieder ist im Herbst Kastanienzeit!

Es ist die richtige Zeit, um sich noch einen Vorrat an Kastanien-Waschmittel für das ganze Jahr anzulegen.

 

Es gibt viele Möglichkeiten um nachhaltig und "grün" zu Waschen. Dabei kann man einheimische Pflanzen nutzen, die vor der Haustür wachsen. Manche, wie etwa der Efeu, sind das ganze Jahr verfügbar. Andere kann man trocknen und so das ganze Jahr über nutzen. Diese natürlichen Waschmittel reinigen gründlich und geruchsneutral, sind auch für sensible Haut geeignet und belasten unser Abwasser und die Umwelt nicht.

 

Dafür eignen sind der Efeu, die Rosskastanie oder das Seifenkraut. Sie alle enthalten Saponine, sogenannte Seifenstoffe. In Kontakt mit Wasser schäumen sie auf und entfalten ihre Waschwirkung. Durch den hohen Gehalt an Saponinen sind diese Pflanzen für uns nicht genießbar, da sie auch in unserem Magen ihre Waschwirkung entfalten würden.

 

Rosskastanien-Waschmittel:

Einfach Rosskastanien sammeln, dabei nur einwandfreie Früchte nehmen. Der Schritt des Zerkleinerns ist der aufwändigste, da die Früchte auch frisch sehr hart sind. Man kann die Kastanien mit einer Gartenschere, einem Hammer oder einer Hacke zerkleinern oder auch mit einem starken Mixer. Dann muss der Kastanienbruch gut getrocknet werden, entweder in der Sonne oder bei etwa 40°C im Backrohr. Da die Früchte viel Wasser enthalten unbedingt auf Schimmelbildung achten und sie gut trocknen. Wenn der Kastanienbruch getrocknet ist, kann er für das restliche Jahr gelagert werden.

Für das Waschmittel setzt man eine Hand voll Kastanienbruch mit einem halbem Liter Wasser an. Entweder man lässt das Ganze einige Stunden bzw. über Nacht stehen oder mixt es kurz durch. Das Wasser wird trüb und es bildet sich Schaum an der Oberfläche. Den Kastaniensud nun abseihen und als Flüssigwaschmittel direkt in die Waschmaschine geben. Ein Schluck Essig wirkt als Weichspüler und Entkalker. Der Kastaniensud kann genauso als Geschirrspülmittel verwendet werden.

Jetzt kommt das Beste am Waschen mit Kastanien: Den bereits verwendeten Kastanienschrot kann man noch 3 - 4 Mal auf die selbe Weise mit Wasser ansetzen und erhält Waschmittel. Danach den restlichen Kastanienschrot einfach auf dem Kompost entsorgen. Nachhaltiger und ergiebiger geht es gar nicht!

 

Probiert auch ihr es einfach aus!