Pflanzen die man im Spätherbst noch sammeln kann                                               November 2020

Auch im Spätherbst können wir noch einige Kräuter sammeln und verarbeiten!

Vogelmiere:

Die Vogelmiere sprießt im Herbst wieder üppig auf abgeernteten Gemüsebeeten, in Blumentöpfen und am Wegrand. Sie liefert uns viel Vitamin C und frisches Grün für den Herbst. Du kannst sie hervorragend als Brotbelag, für Aufstrich, Suppe oder Salat nutzen. Ihr zarter Geschmack erinnert am junge Maiskölbchen oder Babyerbsen.

Vogelmiere eignet sich auch sehr gut für Hautpflegeprodukte oder milde Wundsalbe. Dafür stellst du einen heißen Ölauszug aus der Pflanze her.

Beifuss:

Der Beifuss wächst jetzt "buschförmig" an Wegrändern und Böschungen. Einige Pflanzen sind etwas später dran, sind noch nicht verblüht und können jetzt noch geerntet werden.

In dieser Jahreszeit eignet sich der Beifuss besonders als Räucherwerk. Er wirkt stark reinigend und keimtötend, unterstützt das Loslassen und den Neubeginn und hat schützende Wirkung. Ideal für die dunkle Jahreszeit, die Raunächte und zum Ausräuchern.

Beifuss hat sich auch als Fußsalbe sehr bewährt, bei schmerzenden, geschwollenen Füßen wirkt er abschwellend, erfrischend und belebend.

Efeu:

Efeu ist immergrün und das ganze Jahr über zu ernten. Jetzt wie die Kastanienzeit schon vorbei ist (und falls du keinen Vorrat angelegt hast), kannst du den Efeu als natürliches Waschmittel nutzen.

Efeuwaschmittel: 1 Handvoll frische Efeublätter mit einem halben Liter Wasser aufmixen. Den Sud abseihen und die gesamte Menge für einen Waschgang ins Waschmittelfach der Waschmaschine geben.

Das Efeuwaschmittel ist besonders für bunte Wäsche geeignet, da es hier als Farbfestiger wirkt. Auf weißer Wäsche kann es Verfärbungen geben.

Klette:

Jetzt ist es Zeit nach Klettenwurzeln zu graben. Da die Klette eine zweijährige Pflanze ist, musst du nach Kletten im ersten Jahr suchen, also solche die nur eine Blattrosette haben. Wenn sich die Kraft zum Überwintern in die Wurzel zurückzieht (also wenn oberirdisch alles verwelkt), ist der richtige Zeitpunkt zum Ausgraben.

Die Klettenwurzel hat entgiftende, ausleitende, hautreinigende und haarstärkende Wirkung. Du kannst sie als Tee, Tinktur, Haaressig oder Ölauszug verarbeiten.

Hagebutte:

Hagebutten werden nach dem ersten Frost weich. Wenn du das Mark frisch essen möchtest oder die Hagebutten zu Mus oder Marmelade verarbeiten willst musst du so lange warten.

Aber für die Verarbeitung für Tee, Tinktur, Essigauszug oder Ölauszug kannst du die Früchte schon jetzt ernten. Wenn nach dem Auszug gut gefiltern wird (ideal ist ein Papierteefilter), brauchen die Kerne nicht entfernt werden. Beim frisch essen oder für Marmelade muss man darauf achten, dass man die Kerne entfernt. Sie haben kleine Härchen, die mit Widerhaken besetzt sind, und starken Juckreiz verursachen.

Hagebutten sind (neben Sanddorn) die Vitamin C reichsten einheimischen Früchte und enthalten auch viele Antioxidantien. Somit helfen sie uns unser Immunsystem zu stärken, verschaffen Linderung bei Erkältungen und sind eine tolle Hautpflege.


Neue Kursreihe bzw. Module                                                                                               Oktober 2020 "Selbermacher - Altes Wissen für Neue Zeiten"

Am 11. Oktober startet die neue Kursreihe für Selbermacher. Dafür gibt es noch freie Plätze!

 

Wir können so vieles für unseren Alltag selbst machen - Nahrung, Pflege und Reinigung!

 

Das alte Wissen und traditionelle Methoden werden nun wieder neu entdeckt. Sie helfen uns auch in der heutigen Zeit sich selbst (aus der Natur) zu versorgen, den Konsum zu reduzieren und gesunde, schmackhafte Produkte herzustellen.

In dieser Kursreihe lernst du die Kunst des Seife Siedens und Herstellung von Körperpflegeprodukten, die traditionellen Methoden von Fermentieren und backen mit Sauerteig, außerdem Wege zur natürlichen Reinigung.

 

Wann: 5 Module jeweils 14:00 - 18:00 Uhr

Termine: jeweils Sonntag 11. Oktober 2020, 8. November 2020, 13. Dezember 2020, 17. Jänner 2021, 14. Februar 2021

Wo: Tierlacherhof Ollern (20 min ab Wien, auch öffentlich erreichbar)

 

Kostenbeitrag:

Gesamte Kursreihe € 380,- (inkl. Materialien, Rezepte, selbst hergestellte Produkte, komplette Mappe mit ausführlichen Skripten)

Einzelmodule je € 82,- (inkl. Materialien, Rezepte, selbst hergestellte Produkte, digitales Skript)

 

Anmeldung: kontakt@wiesen-kraeuter-wissen.at oder hier

 

Modul 1 "Gemüse Fermentieren"                                                                                      - 11. Oktober

Das Fermentieren ist eine alte Methode der Konservierung, die gerade wieder neu entdeckt wird. Es eignet sich besonders gut um unser saisonales Gemüse haltbar zu machen.

Die Zubereitungen sind einfach, verbrauchen keinen Platz in der Tiefkühltruhe und bieten ein tolles Geschmackserlebnis mit vielen Nährstoffen.

 

* Grundlagen des Fermentierens

* Verkostung von verschiedenen fertigen Fermenten

* Rezeptideen

* Herstellung von 4 selbst gemachten Produkten aus saisonalem Gemüse

Modul 2 "Seife Sieden"                                                                                                       - 8. November

Die Kunst des Seife Siedens ist etwa 5000 Jahre alt. Auch heute bietet es eine tolle Möglichkeit seine eigene Seife aus hochwertigen und natürlichen Zutaten selbst herzustellen sowie sie an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Nach einer Reifezeit von etwa 5 Wochen kannst du dann deine selbst gemachten Seifen verwenden. Das geht sich auch noch aus für Weihnachtsgeschenke ;-)

 

* Grundlagen des Seife Siedens im Kaltverfahren

* Sicherheitsvorkehrungen

* welche Öle für welche Seife verwenden?

* Berechnung von Rezepten

* Herstellung von Körperseife

* Herstellung von Haarseife

Modul 3 "Körperpflege"                                                                                                   - 13. Dezember

Wir können unsere Körperpflegeprodukte von Kopf bis Fuß selbst herstellen!

Dabei nutzen wir hochwertige, natürliche Zutaten, stimmen die Produkte auf unsere individuellen Bedürfnisse ab und unterstützen unseren Körper optimal. Außerdem schonen wir bei dieser Selbstversorgung die Umwelt und unsere Geldbörse.

Auch hier geht es sich aus, dass du mit dem gelernten Wissen noch selbst Weihnachtsgeschenke zauberst.

 

* Zutaten, Wirkungsweisen, Herstellungsverfahren

* verschiedene Rezepte

* Hautpflege

* Lippenpflege

* Deodorants und Allround-Spray

* Zahnpflege

* Herstellung von 4 Körperpflegeprodukten für den Alltag (Hautpflege, Lippenpflege, Deo, Zahnpflege)

Modul 4 "Backen mit Sauerteig"                                                                                           - 17. Jänner

Brot aus Sauerteig ist gut verträglich, hat ein ausgezeichnetes Aroma und ist lange haltbar. Selbst gemacht schmeckt es natürlich am besten!
Lerne in diesem Workshop die Grundlagen des Backens mit Sauerteig, vermehre deinen eigenen Teig und backe dein vielleicht erstes Brot.

 

* Sauerteig: Herstellung, Chemie, Pflege, ...

* verschiedene Getreidesorten

* Verkostung

* Rezepte

* Herstellung von Brot aus Sauerteig

* Herstellung von verschiedenem Gebäck aus Sauerteig

* Sauerteig im Glas für zuhause

Modul 5 "Grüne Waschkraft"                                                                                               - 14. Februar

Viele Pflanzen enthalten sogenannte waschaktive Stoffe, mit ihrer Hilfe können wir auf natürliche Weise reinigen und waschen.

Natürliche Reinigung ist auch mit Hilfe anderer Naturprodukte wie Asche, Mehl, Öl, Natron, etc. sanft und umweltschonend möglich.

Egal ob für Wäsche, Geschirr oder Körperpflege, wir können unsere natürlichen Waschmittel selbst herstellen.

 

* verschiedene Wirkmechanismen von natürlicher Reinigung

* waschaktive Pflanzen

* Asche, Lomentum, Strigil, Natron

* Herstellung von Waschmittel, Reinigung für Haut und Haar, Geschirrspülmittel, Haushaltsreiniger


Pflanzenportrait - Die Rosskastanie                                                                               September 2020

Die Kastanien werden langsam reif und sind so ein Vorbote des Herbstes.

Wenn ich eine frische, glänzend braune Kastanie am Boden liegen sehe, muss ich sie einfach aufheben. Ich liebe es die glatte Frucht in der Hand zu haben.

Wofür sammelt ihr Kastanien? Als Tierfutter, zum Basteln oder schon zum Waschen?

 

Die Rosskastanie wurde erstmals 1576 von Konstantinopel nach Wien gebracht. Hier wurde sie ein Modebaum für Alleen, Parks und Schlossgärten. Auch in Biergärten war sie für die Kühlung ein fixer Bestandteil. Heute findet man noch diese Altbestände und viele verwilderte Bäume.

 

Die Rosskastanie gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Die Familienzugehörigkeit erklärt auch ihre Hauptwirkung.

Rosskastanien enthalten viele Saponine (Seifenstoffe). Wenn diese mit Wasser in Berührung kommen, schäumen sie auf, brechen die Oberflächenspannung von Wasser und lösen Schmutz.

Vielleicht habt ihr im Herbst schon einmal beobachtet, dass überfahrene Kastanien auf der regennassen Straße Schaum bilden...

Die Saponine können wir aufgrund ihrer Waschwirkung als Seifenersatz und zum Wäschewachen nutzen.

Eine äußerliche Einreibung oder ein Umschlag (mit Tee oder Tinktur) wirkt venenstärkend und durchblutungsfördernd.

Innerlich wird die Rosskastanie wegen ihres hohen Saponingehalts nicht angewandt.

 

Herstellung von Waschmittel:

Eine Hand voll frische oder getrocknete Kastanien (grob zerkleinert) mit 1/2 Liter Wasser mischen. Diese Mischung entweder kurz aufmixen oder mehrere Stunden stehen lassen. Danach die trübe, schäumende Lauge abseihen.

Der gesamte halbe Liter ist Flüssigwaschmittel für eine Waschmaschinenladung.

Die Rosskastanie wäscht absolut geruchsneutral, entfernt Schmutz und Gerüche.

Die abgefilterten Kastanien enthalten immer noch soviel Saponine, dass sie noch 3-4 Mal für Waschmittel angesetzt werden können. Erst danach sind sie "leer".

 

Um sich einen Jahresvorrat für Waschmittel anzulegen müssen wir im Herbst Kastanien sammeln und diese trocknen. Es empfiehlt sich die Kastanien mit einer Gartenschere oder einem Messer grob zu zerkleinern und dann rasch in der Sonne, im Dörrer oder Backrohr zu trocknen. Rosskastanien enthalten auch viel Stärke und sind daher sehr schimmelanfällig. Bitte achtet beim Trocknen darauf und sortiert befallene Stücke aus.

Sobald alles gut trocken ist kann der Kastanienbruch in Gläsern oder Säckchen aufbewahrt werden.