Kräuter für den Winter                                                                                                             Jänner 2018

Der Winter ist nun doch noch mal zurückgekommen und es ist kalt. Frische Wildkräuter gibt es noch keine, aber Vorräte vom letzten Sommer. Hier ein paar Kräuter, die uns durch die kalte, dunkle Winterzeit helfen können.

Der wärmende & stärkende Holunder

Der lieblich, süße Holunderblütentee wirkt wärmend in der kalten Jahreszeit. Sollte man schon eine Erkältung erwischt haben, wirkt er schleimlösend und auswurffördernd bei Husten und schweißtreibend bei Fieber.

Die dunklen Beeren des schwarzen Holunders, die im Herbst geerntet werden, enthalten viel Vitamin C. Daher können sie unsere Abwehrkräfte stärken. Die Beeren müssen komplett durcherhitzt werden und können zu Saft, Mus oder Marmelade verarbeitet werden.

 

Das sonnige Johanniskraut

Die leuchtend gelben Blüten des Johanniskraut tragen die Kraft der Sommersonne in sich. Im Winter kann es und die Sommersonne zurückbringen, es steigert die Lichtaufnahme über unsere Haut und wirkt so stimmungsaufhellend und antidepressiv an dunklen Tagen. Johanniskraut kann man als Tee trinken, als Körperöl (Rotöl) verwenden oder verräuchern.

Achtung: als Kur angewandt, erhöht Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit unserer Haut (Vorsicht bei starker Sonneneinstrahlung) und es kann zu Wechselwirkung mit Medikamenten (Narkosemittel, Antidepressiva, hormonelle Verhütungsmittel) kommen.

Der wärmende & belebende Rosmarin

Rosmarin wirkt belebend und auch wärmend. Er kann, vor allem morgens, als Tee getrunken werden. Er regt den Kreislauf an, belebt und wärmt uns von Innen.

Als Badezusatz in der Badewanne oder in einem wärmenden Fußbad fördert er die Durchblutung und entfaltet so seine wärmende Wirkung.

Außerdem kann man mit Rosmarin einen Ölansatz für ein wärmendes Körperöl herstellen.

 


Rosskastanien-Waschmittel                                                                                                 Oktober 2017

Es gibt viele Möglichkeiten um nachhaltig und "grün" zu Waschen. Dabei kann man einheimische Pflanzen nutzen, die vor der Haustür wachsen. Manche, wie etwa der Efeu, sind das ganze Jahr verfügbar. Andere kann man trocknen und so das ganze Jahr über nutzen. Diese natürlichen Waschmittel reinigen gründlich und geruchsneutral, sind auch für sensible Haut geeignet und belasten unser Abwasser und die Umwelt nicht.

 

Dafür eignen sind der Efeu, die Rosskastanie oder das Seifenkraut. Sie alle enthalten Saponine, sogenannte Seifenstoffe. In Kontakt mit Wasser schäumen sie auf und entfalten ihre Waschwirkung. Durch den hohen Gehalt an Saponinen sind diese Pflanzen für uns nicht genießbar, da sie auch in unserem Magen ihre Waschwirkung entfalten würden.

 

Schon in den letzten Wochen sind die Rosskastanien reif und man kann sie sammeln. Auch jetzt noch findet man die glänzenden Früchte unten den Kastanienbäumen, vor allem nach Regen oder Wind. Es ist die richtige Zeit, um sich noch einen Vorrat an Kastanien-Waschmittel für das ganze Jahr anzulegen.

Einfach Rosskastanien sammeln, dabei nur einwandfreie Früchte nehmen. Der Schritt des Zerkleinerns ist der aufwändigste, da die Früchte auch frisch sehr hart sind. Man kann die Kastanien mit einem Hammer oder einer Hacke zerkleinern oder auch mit einem starken Mixer. Dann muss der Kastanienbruch gut getrocknet werden, entweder in der Sonne oder bei etwa 40°C im Backrohr. Da die Früchte viel Wasser enthalten unbedingt auf Schimmelbildung achten und sie gut trocknen. Wenn der Kastanienbruch getrocknet ist, kann er für das restliche Jahr gelagert werden.

 

Für das Waschmittel setzt man eine Hand voll Kastanienbruch mit einem halbem Liter Wasser an. Entweder man lässt das Ganze einige Stunden bzw. über Nacht stehen oder mixt es kurz durch. Das Wasser wird trüb und es bildet sich Schaum an der Oberfläche. Den Kastaniensud nun abseihen und als Flüssigwaschmittel direkt in die Waschmaschine geben. Ein Schluck Essig wirkt als Weichspüler und Entkalker. Der Kastaniensud kann genauso als Geschirrspülmittel verwendet werden.

Jetzt kommt das Beste am Waschen mit Kastanien: Den bereits verwendeten Kastanienschrot kann man noch 3 - 4 Mal auf die selbe Weise mit Wasser ansetzen und erhält Waschmittel. Danach den restlichen Kastanienschrot einfach auf dem Kompost entsorgen. Nachhaltiger und ergiebiger geht es gar nicht!

 

Ich bin absolut überzeugt vom Waschen mit Kastanien! Da ich ausschließlich Kastanien-Waschmittel verwende, habe ich bereits fleißig gesammelt und getrocknet.

Probiert auch ihr es einfach aus!


Jetzt Sommerkräuter sammeln!                                                                                            August 2017

Merklich werden die Tage wieder kürzer und die Nächte kühler. Der Spätsommer ist genau die richtige Zeit um Kräuter zu trocknen oder Tinkturen und Öle anzusetzen. Manche Sommerkräuter sind bereits verblüht, andere stehen jetzt in voller Blüte.

Die folgenden 5 Wildkräuter und ihre Anwendungen gehören für mich zu den wichtigsten im Spätsommer.

 

1) Beifuss

Der Beifuss kann frisch oder getrocknet als Gewürz, vor allem für fette Speisen verwendet werden. Er ist stoffwechsel- und verdauungsanregend und verbessert die Fettverdauung.

Getrocknet kann er als Tee getrunken werden. Beifuss wirkt krampflösend und reguliert die Menstruation.

In getrockneter Form ist er auch eine wichtige Pflanze für reinigende Räucherungen. Außerdem kann der Beifuss sowohl für ein beruhigendes Kissen als auch für Mottensäckchen verwendet werden.

Als Ölansatz kann ein Einreibeöl für müde und strapazierte Füße und Beine hergestellt werden. 

2) Goldrute

Bei uns findet man vor allem die Kanadische Goldrute, selten auch die Echte Goldrute.

Beide sind frisch oder getrocknet ein starker Nieren- und Blasentee. Goldrute wirkt harntreibend, entwässernd und entgiftend.

Der obere Teil der Pflanze (Blätter und Blüten) wird zu Beginn der Blütezeit abgeschnitten und im Schatten hängend getrocknet. Danach kann die Pflanze weiter zerkleinert werden.

3) Königskerze

Die in den Blüten der Königskerze enthaltenen Schleimstoffe und Saponine wirken reizmildernd, schleimhautberuhigend, entzündungshemmend, schleimlösend und auswurffördernd. Ein Tee aus den  getrockneten Blüten ist daher ein idealer Hustentee. Wegen seines milden, lieblichen Geschmacks ist er besonders bei Kindern beliebt.

Um einen Hustenhonig herzustellen können die Blüten in Honig eingelegt werden.

4) Schafgarbe

Schafgarbe kann frisch in der Wildkräuterküche verwendet werden. Die jungen Blätter in Salat, Aufstrich oder Suppe. Die Blüten können für Pastasauce oder Schafgarbensirup verwendet werden.

Die Blüten und Blätter für Tee getrocknet wirken stoffwechsel- und verdauungsanregend sowie krampflösend. Daher wirkt der Tee positiv auf die Verdauung und Frauenbeschwerden. Bei Husten und Hautausschlägen wirkt Schafgarbe entzündungshemmend.

Für die äußerliche Anwendung als Kosmetik kann aus Ölauszug aus den Blüten angesetzt werden.

5) Johanniskraut

Der Ölauszug aus den Johanniskrautblüten wird Rotöl genannt. Die Blüten werden mit Öl bedeckt und bis zu 8 Wochen in der prallen Sonne ausgezogen. Schon nach wenigen Tagen färbt sich das Öl rot. Der rote Farbstoff Hypericin wirkt entzündungshemmend, wundheilend und schmerzlindernd. Das Rotöl ist ein ideales Hautpflegeöl bei Verbrennungen und Muskelschmerzen.

Der Tee aus den getrockneten Triebspitzen wirkt stimmungsaufhellend und nervenberuhigend.

Sowohl die Anwendung von Rotöl als auch die von Tee erhöht die Lichtempfindlichkeit. Daher kann es bei starker Sonneneinstrahlung leichter zu Sonnenbrand kommen. Außerdem kann es zu Wechselwirkungen mit Antidepressiva, Narkosemitteln und hormonellen Verhütungsmitteln kommen.