Sperrnächte, Wintersonnwende & Raunächte                                                              Dezember 2020

Das Jahr neigt sich dem Ende zu - es ist kalt, die Tage sind kurz, alles ist ruhig und wir gehen nach (dr)innen.

Schon im keltischen Jahreskreis war diese Zeit von besonderer Bedeutung.

 

Am 8. Dezember beginnen die sogenannten Sperrnächte. In dieser Zeit zieht sich die Natur gänzlich zurück, viele Pflanzen zum Überwintern in ihre Wurzeln, Knollen oder Zwiebeln und manche Tiere zur Winterruhe oder zum Winterschlaf. Für unsere Vorfahren war es die Zeit, in der alles im Schuppen verräumt und versperrt wurde. Sonst beschränkte man sich auf das Notwendigste.

Die Sperrnächte dienen zum Abschließen des vergangenen Jahres. Ähnlich wie bei den Raunächten, kann man auch bei den Sperrnächten jeweils einen Tag (+ Nacht) einem vergangenen Monat zuordnen. 8. Dezember auf 9. Dezember steht für Jänner, 9. Dezember auf 10. Dezember für Februar, 10. Dezember auf 11. Dezember für März, usw....

 

Traditionell wird die Wintersonnwende (Julfest) zwischen 21. und 24. Dezember gefeiert. Der 21. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres (und die längste Nacht). Am 22. und 23. Dezember herrscht "Stillstand" und am 24. Dezember wird das Licht neu geboren, die Tage werden wieder länger.

 

Die Raunächte sind die 12 Nächte zwischen 24. Dezember und 5. Jänner. Auch hier kann jeder Tag (+ Nacht) einem Monat zugeordnet werden, aber diesmal die Monate des vor uns liegenden Jahres. 24. Dezember auf 25. Dezember steht für Jänner, 25. Dezember auf 26. Dezember steht für Februar, 26. Dezember auf 27. Dezember steht für März, usw...

So können Gedanken, Gefühle und Träume an dem entsprechenden Tag/Nacht als Vorahnung für das kommende Jahr gedeutet werden. Diese Zeit wird sehr gerne für Traumdeutung, Visionieren des kommenden Jahres und Neuausrichtung genutzt.

Speziell um die Raunächte ranken sich auch viele Mythen und Traditionen, die mit dieser speziellen Zeitqualität zu tun haben. Vielleicht hast du schon mal davon gehört, dass in diesen Nächten Tiere sprechen können, keine Wäsche zum Trocknen hängen soll, keine Unordnung herrschen soll, die Wilde Jagd umgeht, immer ein Licht im Fenster stehen soll, Naturgesetze außer Kraft sind, Orakel befragt werden (z.B.: Bleigießen zu Silvester) ...

 

Allgemein ist die Zeit der Sperrnächte, der Wintersonnwende und der Raunächte eine Zeit des Rückzugs und in-sich-gehens. Jeder gestaltet diese Zeit anders, hilfreich können (Traum)Tagebuch schreiben, Kontakt zur Natur und Räuchern mit Kräutern sein.

 

Ich wünsche euch eine wunderschöne Zeit des Innehaltens und der Neugeburt des Lichtes!

Pflanzen die man auch im Spätherbst noch sammeln kann                                      November 2020

Auch im Spätherbst können wir noch einige Kräuter sammeln und verarbeiten!

Vogelmiere:

Die Vogelmiere sprießt im Herbst wieder üppig auf abgeernteten Gemüsebeeten, in Blumentöpfen und am Wegrand. Sie liefert uns viel Vitamin C und frisches Grün für den Herbst. Du kannst sie hervorragend als Brotbelag, für Aufstrich, Suppe oder Salat nutzen. Ihr zarter Geschmack erinnert am junge Maiskölbchen oder Babyerbsen.

Vogelmiere eignet sich auch sehr gut für Hautpflegeprodukte oder milde Wundsalbe. Dafür stellst du einen heißen Ölauszug aus der Pflanze her.

Beifuss:

Der Beifuss wächst jetzt "buschförmig" an Wegrändern und Böschungen. Einige Pflanzen sind etwas später dran, sind noch nicht verblüht und können jetzt noch geerntet werden.

In dieser Jahreszeit eignet sich der Beifuss besonders als Räucherwerk. Er wirkt stark reinigend und keimtötend, unterstützt das Loslassen und den Neubeginn und hat schützende Wirkung. Ideal für die dunkle Jahreszeit, die Raunächte und zum Ausräuchern.

Beifuss hat sich auch als Fußsalbe sehr bewährt, bei schmerzenden, geschwollenen Füßen wirkt er abschwellend, erfrischend und belebend.

Efeu:

Efeu ist immergrün und das ganze Jahr über zu ernten. Jetzt wie die Kastanienzeit schon vorbei ist (und falls du keinen Vorrat angelegt hast), kannst du den Efeu als natürliches Waschmittel nutzen.

Efeuwaschmittel: 1 Handvoll frische Efeublätter mit einem halben Liter Wasser aufmixen. Den Sud abseihen und die gesamte Menge für einen Waschgang ins Waschmittelfach der Waschmaschine geben.

Das Efeuwaschmittel ist besonders für bunte Wäsche geeignet, da es hier als Farbfestiger wirkt. Auf weißer Wäsche kann es Verfärbungen geben.

Klette:

Jetzt ist es Zeit nach Klettenwurzeln zu graben. Da die Klette eine zweijährige Pflanze ist, musst du nach Kletten im ersten Jahr suchen, also solche die nur eine Blattrosette haben. Wenn sich die Kraft zum Überwintern in die Wurzel zurückzieht (also wenn oberirdisch alles verwelkt), ist der richtige Zeitpunkt zum Ausgraben.

Die Klettenwurzel hat entgiftende, ausleitende, hautreinigende und haarstärkende Wirkung. Du kannst sie als Tee, Tinktur, Haaressig oder Ölauszug verarbeiten.

Hagebutte:

Hagebutten werden nach dem ersten Frost weich. Wenn du das Mark frisch essen möchtest oder die Hagebutten zu Mus oder Marmelade verarbeiten willst musst du so lange warten.

Aber für die Verarbeitung für Tee, Tinktur, Essigauszug oder Ölauszug kannst du die Früchte schon jetzt ernten. Wenn nach dem Auszug gut gefiltern wird (ideal ist ein Papierteefilter), brauchen die Kerne nicht entfernt werden. Beim frisch essen oder für Marmelade muss man darauf achten, dass man die Kerne entfernt. Sie haben kleine Härchen, die mit Widerhaken besetzt sind, und starken Juckreiz verursachen.

Hagebutten sind (neben Sanddorn) die Vitamin C reichsten einheimischen Früchte und enthalten auch viele Antioxidantien. Somit helfen sie uns unser Immunsystem zu stärken, verschaffen Linderung bei Erkältungen und sind eine tolle Hautpflege.


Frühlingserwachen                                                                                                                      März 2019

Tagsüber wärmt die Sonne die Luft, die Vögel zwitschern, um die Palmkätzchen surren schon Insekten, die ersten Knospen der Sträucher und Bäume platzen auf, überall sprießt frisches Grün und die ersten bunten Blütentupfen erscheinen auf den Wiesen... es ist Frühling!

 

Die Natur erwacht und alles streckt sich der Sonne entgegen!

Beim Frühlingsspaziergang kann man nun täglich neue Pflanzen entdecken, die gestern noch nicht da waren.

Die ersten zarten Spitzen vom Bärlauch bohren sich durchs Laub. An geschützten sonnigen Plätzen treibt bereits der Giersch aus. Die saftig grün glänzenden Blätter des Scharbockskrautes gehören zu den ersten Vitaminlieferanten im Frühling. Auf den Wiesen und unter Hecken sprießen Schneeglöckchen, Primeln und Leberblümchen. Aus den Hecken und am Waldrand leuchten die gelben Blüten der Kornellkirsche.

Beim heutigen Morgenspaziergang habe ich bereits die ersten Blüten von Lungenkraut entdeckt und ein junge zarte Blättchen der Schafgarbe gesammelt. Im Garten habe ich sogar schon ein paar weiße und lila Blüten vom Veilchen gefunden!

 

Jetzt geht alles Schlag auf Schlag, man kann der Natur förmlich zusehen beim Wachsen.

Wir spüren auch wie es uns wieder hinauszieht, in die Natur, an die frische Luft und in die Sonne. Wenn wir diesem Drang folgen können wir in der erwachenden Natur täglich Neues und Fasizinierendes entdecken.

Ich wünsche euch viel Freude beim Start ins Kräuterjahr!


Räuchern im Jahreskreis                                                                                                   November 2018

Das Verglühen von Pflanzen oder Pflanzenteilen - Räuchern - hat bereits eine sehr lange Tradition. Im Laufe der Geschichte wurde zur Huldigung von Göttern und Ahnen, bei schamanischen Ritualen, zur Heilung, zum Orakeln, als Schutz, zur Aromatisierung von Räumen und Textilien, zur Schädlingsabwehr oder auch zur Konservierung von Lebensmitteln geräuchert.

Bis heute ist das Räuchern in unserem Brauchtum verankert. Auch die keltischen Jahreskreisfeste sind eine gute Möglichkeit, um passend zu den vorhandenen Energien zu räuchern.

 

Die 8 keltischen Jahreskreisfeste ergeben sich aus den Sonnwenden, den Tag-Nacht-Gleichen und dazwischen durch den Mondzyklus bestimmte Kreuzvierteltage. Die angeführten Daten sind nur eine Orientierung, meist werden die feste zum passenden Mond und den vorhandenen Energien in der Natur gefeiert.

Das keltische Jahr startet mit Samhain von 31. Oktober auf 1. November. Hier beginnt du dunkle Jahreszeit, es ist die Zeit des Rückzugs und des Loslassens.

Beim Julfest, der Wintersonnwende (21. - 24. Dezember) wir die Neugeburt des Lichtes gefeiert.

Die Raunächte zwischen 24. Dezember und 12. Jänner sind die Zeit zwischen der Zeit. In dieser Zeit gibt es sehr viel Brauchtum, wie auch unser Silvester, um negative Energien und böse Geister fernzuhalten.

Mit Imbolc von 1. auf 2. Februar wird es langsam heller und wir haben bereits eine erste Vorahnung vom Frühling. Es ist das Fest den Neubeginns und der Reinheit.

Die Frühlings-Tag-Nacht-Gleiche (21. - 23. März) und Ostara ist das Fest der neu erwachten Frühlingskräfte.

Beltane oder Walpurgis von 31. April auf 1. Mai feiert das Leben, die Fülle und die Fruchtbarkeit.

Mit Johanni (Sommersonnwende zwischen 21. und 24. Juni) haben wir den längesten Tag des Jahres erreicht. Es ist einen Sonnenfest! Außerdem beginnt die wichtigste Zeit zum Kräuter ernten.

Mit Lughnasadh von 31. Juli auf 1. August und Mabon (Herbst-Tag-Nacht-Gleiche um den 21. September) geht das keltische Jahr zu Ende.

 

Unabhängig von den 8 Jahreskreisfesten kann das ganze Jahr über mit Kräutern geräuchert werden. Räuchern wirkt über den Geruchssinn direkt auf unser Gehirn und unsere Emotionen. Wir können beim Räuchern die rein wissenschafliche Ebene betrachten, wie die keimtötende und desinfizierende Wirkung. Auf der anderen Seite wirkt Rächern auch subtiler, auf unsere Gefühle, unseren Geist, unsere Seele - wenn wir das zulassen.


Herbst-Tag-Nacht-Gleiche - 21. September                                                                 September 2017

Um den 21. September haben Tag und Nacht die gleiche Länge. Der Sommer geht nun endgültig zu Ende, das Laub verfärbt sich, die Nächte werden kühler und in der Früh legen sich Nebelschleier über die Landschaft.

Dieses Äquinoktium (=Tagnachtgleiche) markiert auch den astronomischen Herbstbeginn. 

Von nun an werden die Nächte wieder länger.

 

Auch wenn jetzt die dunkle Jahreshälfte beginnt können wir den Herbst in vollen Zügen genießen. Die Herbstsonne taucht alles in ein goldenes Licht. In diesem Licht kommt das Farbenspiel der sich verfärbenden Blätter erst so richtig zur Geltung. Bei herbstlichen Spaziergängen können wir die frische Luft genießen, das Laub raschelt unter unseren Füßen und wir können uns an den Gaben der Natur erfreuen. Man findet nun reife Beeren, Nüsse, Früchte und Pilze.

 

Bevor aber die dunkle Jahreszeit kommt, wird die Ernte eingebracht. Traditionell findet zu dieser Zeit auch das Erntedankfest statt - ein Freudenfest der Fülle und Dankbarkeit. Außerdem ist es ein Fest des Teilens. Unsere Vorfahren ließen die letzten Ähren des Feldes stehen, um der Vegetationsgottheit zu danken und den Wildtieren Nahrung zu lassen. Die besten Früchte wurden den Göttern, den Ahnen und der Natur geopfert. Damit erhoffte man sich auch für das nächste Jahr Fruchtbarkeit und gute Ernte.

 

Traditionell wurde bei diesem wichtigen Jahreskreisfest auch geräuchert. Für die vor allem segnenden Räucherungen kommen Alant, Johanniskraut, Lavendel, Rose oder Weihrauch zum Einsatz.

 

Neben der Dankbarkeit und Fülle ist der Herbst auch die Zeit des Rückzugs und "in sich gehens". Welche Ernte habe ich persönlich eingebracht, wo herrscht bei mir Fülle und die Möglichkeit des Teilens? Außerdem werden die Samen für das nächste Jahr, für die nächste Ernte ausgebracht.


Johanni / Sommersonnwende  - 21. Juni                                                                                    Juni 2017

Zur Sommersonnwende erleben wir den längsten Tag und die kürzeste Nacht. Alles wächst üppig und blüht. Wir feiern die Kraft der Natur! Traditionell werden zu Johanni große Feuer entzündet um diese Kraft zu huldigen und mit dem entstehenden Rauch die Ernte zu schützen.

Gleichzeitig wird zu dieser Zeit auch der Same für Neues gelegt.

 

Um Johanni beginnt auch die beste Zeit zum Sammeln vieler Sommerkräuter. Auf den Wiesen blühen nun Schafgarbe, Margeriten, Kamille, Salbei, Dost, Frauenmantel, Königskerze, Beifuss und das für diese Zeit so wichtige Johanniskraut. Diese Wildkräuter tragen nun die Kraft der Sonne in sich.

Durch die sommerlichen Temperaturen können die gesammelten Kräuter sehr schnell im Freien getrocknet und zu Tee oder Räucherwerk verarbeitet werden. Es ist auch die ideale Zeit um Öle und Tinkturen anzusetzen. Ölansätze, Alkoholansätze und Trockenen sollte immer im Schatten stattfinden.

 

 

Nur das Johanniskraut benötigt für den Ansatz von Rotöl die pralle Sommersonne. Dafür sammelt man Johanniskrautblüten, presst diese in ein Glas und bedeckt alles mit Pflanzenöl. Den Ölansatz nun bis zu 8 Wochen in der Sonne ziehen lassen. Nach und nach färbt sich das Öl, durch den in den Blüten enthaltenen Farbstoff Hypericin, rot. Schon beim Sammeln der Blüten macht sich der Farbstoff bemerkbar, die Finger färben sich rot. Nach bis zu 8 Wochen das Öl abseihen und lichtgeschützt in dunklen Flaschen aufbewahren.

Es kann nun pur als Pflegeöl (bei Muskelschmerzen oder Verbrennungen) oder als Grundlage für Kosmetik verwendet werden. Johanniskraut erhöht, innerlich und äußerlich angewandt, die Lichtempfindlichkeit. Daher im Sommer und bei hoher Lichteinstrahlung vorsichtig dosieren.


Ostara  - 21. März                                                                                                                         März 2017

Die Frühlings-Tag-Nacht-Gleiche am 21. März haben schon die Germanen gefeiert. Sie haben das Fest nach ihrer Frühlingsgöttin Ostara benannt. 

Bei diesem Frühlingsfest feiern wir das Licht, die Lebenskraft und die Fruchtbarkeit. Es wird symbolisiert durch den Keimling, der die Erde durchstoßen hat und nun das Licht genießt.

 

Am 21. März erleben wir die erste Frühlingssonne. Von nun an werden die Tage wieder länger als die Nächte. Man spürt die Wärme der Sonne und die Frühlingskräfte. Alles beginnt zu Grünen und zu Wachsen. Weide und Hasel blühen und erfreuen uns mit ihren "Palmkätzchen", Veilchen tauchen die Wiesen in violett und weiß, und überall sieht man gelbe Tupfer von Primeln, Schlüsselblume und Huflattich.

 

 

Der beginnende Frühling schenkt uns auch viele Frühlingskräuter, die uns Kraft geben und uns helfen den Winter hinter uns zu lassen. Bereits jetzt kann man die frischen Triebe von Bärlauch, Giersch und Brennnessel ernten.

Aus ihnen kann man Pesto, Aufstriche, Salate und Suppen zubereiten oder sie einfach als frischen Brotbelag genießen.

Diese Frühlingskräuter wirken entgiftend und ausleitend. Außerdem liefert das frische Grün viele Vitamine sowie Mineralstoffe und wirkt vitalisierend und stärkend. 

 

Ich wünsche euch einen schönen Start in den Frühling!


Die Rauhnächte - Zeit für den Neubeginn                                                                     Dezember 2016

Die Rauhnächte sind die 12 Nächte zwischen 25. Dezember und 06. Jänner. Sie sind altes europäisches Brauchtum und haben ihren Ursprung vermutlich im Unterschied zwischen dem Sonnenjahr (365 Tage) und dem germanischen Mondjahr (354 Tage).

Damit stehen sie für die Zeit zwischen der Zeit. Das Alte geht zu Ende und das Neue beginnt.

Viele, teilweise regionale, Traditionen und Bräuche gehen auf die Rauhnächte zurück.

 

In diesen 12 Nächten ist die Grenze zur Anderswelt sehr dünn und durchlässig

Dadurch ist die Kontaktaufnahme mit der Geistwelt leichter möglich. Die Rauhnächte sind der Höhepunkt des Orakeljahres. Schon immer wurde in zahlreichen Orakelzeremonien die Geistwelt befragt. 

In der Traumdeutung steht jede der 12 Nächte stellvertretend für einen Monat des kommenden Jahres. In anderen Traditionen wird in den ersten 6 Nächten Vergangenes abgeschlossen und in den folgenden 6 Nächten Kommendes visioniert.

Auch heute noch wird, wie etwa beim Bleigießen zu Silvester, das Orakel befragt.

 

Der durchlässige Schleier zur Anderswelt ermöglicht aber auch, dass Geistwesen in die Welt der Lebenden kommen. Viele Traditionen und Bräuche gehen auf diese Abwehr der bösen Geister zurück. Aus Angst vor den Geistern wird nach Einbruch der Dunkelheit das Haus nicht mehr verlassen. In diesen Nächten wird keine Wäsche zum Trocknen aufgehängt, da sich die Geister darin verfangen könnten. Das Silvesterfeuerwerk und Böllern soll die bösen Geister verjagen. Auch die Perchtenläufe gehen auf die Rauhnächte zurück.

 

Traditionell wird in den Rauhnächten auch geräuchert.

Für reinigende und segnende Räucherungen wird Beifuss, Engelwurz, Fichtenharz, Holunder, Lavendel, Salbei und Mistel verwendet.

Begleitende Räucherungen für Orakelbefragungen werden mit Alraune, Myrrhe, Rose, Weihrauch und Beifuss durchgeführt.